Anschlag BVB-Bus: Versuchter Mord vorgeworfen - Aktienspekulation als Anschlagsmotiv?

Sie sollen den Angaben zufolge einen Leihwagen in Freudenstadt abgeholt haben - in dem dann möglicherweise die Sprengsätze nach Dortmund gebracht worden seien.

Der 28-Jährige mit deutscher und russischer Staatsbürgerschaft hatte zuletzt als Elektriker in einem Tübinger Heizwerk gearbeitet.

Der Bundesanwaltschaft zufolge wurde der Aktien-Kauf über einen Online-Anschluss des BVB-Mannschaftshotels abgewickelt, in dem der Verdächtige seit dem 9. April eingecheckt war. FAst ein Wunder, dass nur der Profifußballer Marc Batra durch Splitter einer gesprungenen Scheibe verletzt wurde. Ein Polizist erlitt ein Knalltrauma. Ein Metallstift sei noch in einer Entfernung von 250 Meter aufgefunden worden. Die "Wirtschaftswoche" nennt zwar keine konkreten Zahlen, glaubt aber auch nicht, dass der nun festgenommene Mann Millionen hätte verdienen können: Die Annahme, dass sich mit dem Einsatz von einigen Tausend Euro "mithilfe von Put-Optionsscheinen Millionen verdienen lassen", sei "vollkommen unrealistisch". Der Attentäter Sergej W. wird nun wegen 20fachem versuchten Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung angeklagt. Der Hotelgast verneinte. Das hatte er auch schon am 11. April getan, an dem Abend, als vor dem Hotel drei Sprengsätze explodiert waren und er direkt nach der Rückkehr aus dem Stadion befragt worden war.

Denn die Put-Optionen berechtigen den Inhaber, innerhalb des bestimmten Zeitraums das jeweilige Wertpapier zu einem festgelegten Preis zu verkaufen.

Nach dem Anschlag machte sich Sergej W. erneut verdächtig: Während andere Hotelgäste aufgeregt das Geschehen verfolgten, schlenderte er seelenruhig in den Speisesaal und bestellte sich ein Steak. Sie sollten den Verdacht nahelegen, es handele sich um islamistisch motivierten Terror. Jetzt zeichnet sich ab, dass der Anschlag wohl eine besonders perverse Variante von Fußball-Wettmanipulation mithilfe von Aktien war: Borussia Dortmund ist der einzige börsennotierte Bundesligist. Als Tatmotiv wird Habgier vermutet: Der Beschuldigte wollte offenbar den Kurs der BVB-Aktie manipulieren. Der Mann habe gehofft, dass dies zu einem deutlichen Kursverfall der BVB-Aktie führen würde. Es geht darum, sich wieder für die Champions League zu qualifizieren. Zum Börsenschluss lag sie 1,7 Prozent höher bei 5,71 Euro. Er soll für den Deal einen Kredit aufgenommen haben.

Das geeignete Instrument für solche Kursspekulationen an den Börsen sind klassische Optionsscheine. "Damit sie damit abschliessen können auch". Der Käufer spekulierte laut GBA auf fallende Kurse - die Höhe des Gewinns hänge von der Höhe des Kursverlustes ab. Der Spekulant riskiert mit dem Handel von Optionsrechten den Totalverlust seines Einsatzes. Und genau das wäre nach einem Anschlag, bei dem ein Teil der Mannschaft schwer verletzt oder sogar getötet worden wäre, vermutlich passiert. Der mittlere Sprengsatz war aber zu hoch angebracht, um den Bus voll zu treffen.

Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel hat mit Unverständnis auf das mutmaßliche Motiv des Sprengstoffanschlags auf den BVB-Mannschaftsbus reagiert.

"Dass man offensichtlich versucht hat, durch den Anschlag Gewinne zu realisieren - das ist natürlich Wahnsinn", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der "Bild".

Ein Beamter des Landeskriminalamtes untersucht in der Nacht nach dem Vorfall den Bus der Fußballmannschaft von Borussia Dortmund.


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