Fußball: Rummenigge bekräftigt Kassai-Kritik: "Schwer benachteiligt"

In einer dramatischen Europapokalnacht kämpften die Münchner zwar bravourös gehen den nächsten K.o.

Vor allem aber nagten die weiteren Umstände des insgesamt allerdings leistungsgerechten Ausscheidens aus der Champions League an den Bayern.

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat seine Kritik an der Schiedsrichterleistung von Viktor Kassai im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League bei Real Madrid (2:4 n.V.) bekräftigt. "Ich weiß, wie schwer es ist, gegen Real Madrid zu spielen", so der Katalane.

"Wir waren alle Zeugen eines Spiels, das Geschichte geschrieben hat", erklärte Rummenigge in seiner nächtlichen Ansprache voller Pathos und zitierte: "Das Heldentum sieht man nicht im Sieg von großen Schlachten, sondern im Ertragen von unglücklichen Niederlagen". "Ich ziehe meinen Hut vor der Mannschaft", erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach einer schmerzhaft gescheiterten Aufholjagd gegen den Titelverteidiger, die 2:4 nach Verlängerung endete. Nach drei Halbfinal-Pleiten unter Pep Guardiola scheiterte der Italiener in seinem ersten Bayern-Jahr eine Runde früher als sein Vorgänger.

München - Bei der Niederlage des FC Bayern gegen Real Madrid standen vor allem die Schiedsrichter-Fehlentscheidungen von Viktor Kassai im Mittelpunkt. "Ich habe heute zum ersten Mal so etwas wie wahnsinnige Wut in mir, Wut, weil wir beschissen worden sind". Die ganze Machtlosigkeit entlud sich auf vielfältige Art und Weise. "Solch ein Raub darf in der Champions League nicht passieren", klagte er. Letztlich habe die Stadion-Polizei einschreiten müssen, um die Bayern-Profis zu beruhigen. Auch in die Kabine sei kein Spieler gestürmt. Die Verletzungen im Vorfeld des Viertelfinals etwa bei Robert Lewandowski oder Mats Hummels zählte er ebenso dazu wie die "großen Fehler des Schiedsrichters".

Der erfahrene Referee hatte zunächst beim Stand von 2:1 für Bayern Arturo Vidal vom Platz gestellt (84. Minute), obwohl der Chilene ein faires Tackling begangen hatte. Weder im schon so gut wie sicheren fünften Meistertitel in Folge noch im möglichen Double, für das im Pokalhalbfinale am kommenden Mittwoch Borussia Dortmund aus dem Weg geräumt werden muss. Als einziger Coach triumphierte der 57-jährige Ancelotti dreimal in der Königsklasse, Titel Nummer vier soll mit Bayern her. Trainer Carlo Ancelotti und sein Team hatten sich besonders über den Platzverweis für Vidal sowie zwei umstrittene Treffer aus Abseitsposition von Cristiano Ronaldo geärgert.

Ausgiebig über die Zukunftsaussichten einer großen Mannschaft mochte im Königsklassen-Frustmoment niemand sprechen. "Für ein Ausscheiden war es schon respektabel, aber wenn Du ausscheidest, hilft Dir das auch nichts", haderte Weltmeister Thomas Müller. Doch beide sind bereits 33 und 34 Jahre alt. Kapitän Philipp Lahm und Xabi Alonso haben ihr Laufbahnende nach dieser Saison bereits angekündigt. "Die beiden haben den Weltfußball definitiv geprägt, vor allem die Champions League", rühmte Hummels.

Neuer verletzte sich drei Wochen nach einer Operation erneut am linken Fuß. "Wir sind alle über die Schmerzgrenze gegangen", verriet Boateng.

Was blieb, war die deprimierende Bestandsaufnahme aus Sicht der Bayern, zum vierten Mal hintereinander vorzeitig von einem großen spanischen Team gestoppt worden zu sein. "Wir sind große Spieler, und wir werden das verarbeiten", versprach Arjen Robben.


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