Wende vor NRW-Wahl? CDU und SPD in Umfragen fast gleichauf

Die anderen Parteien lägen zusammen bei 4,5 Prozent (unverändert).

Wenn man die Differenz zwischen Umfragen und tatsächlichen Ergebnissen sehe, zeige das vor allem: "Es gibt da keine Sicherheit mehr".

DIE UMFRAGEN: Die CDU hat zuletzt aufgeholt und lag in den beiden allerletzten Umfragen sogar knapp vor der SPD.

Gewinnt Kraft am Sonntag in Düsseldorf, hat die Schulz-SPD nach zwei verlorenen Landtagswahl im Saarland und in Schleswig-Holstein noch Chancen auf eine Machtübernahme in Berlin. In der Erhebung von YouGov im Auftrag Sat.1 NRW liegt die Partei des CDU-Herausforderers Armin Laschet nun mit 31 Prozent knapp vor der SPD mit 30 Prozent.

Glaubt man den Umfragen, könnte es für die rot-grüne Koalition in Düsseldorf eng werden. Laut ZDF-Politbarometer wissen 35 Prozent noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen. Wenn man sehe, was Umfragen sagten und was Wahlergebnisse, dann gebe es da keine Sicherheit mehr. Nordrhein-Westfalen ist das mit Abstand bevölkerungsreichste Bundesland, allein dort sind 13,1 Millionen Menschen wahlberechtigt - mehr als ein Fünftel aller Wahlberechtigten in Deutschland. In einem Sechs-Parteien-Parlament wären die Piraten künftig nicht mehr vertreten. Die Grünen erreichten nur noch 6,5 bis 7,5 Prozent, die Freidemokraten 9 bis 13, die AfD 6 bis 9 und die Linke 5 bis 8 Prozent. Die Piraten zogen mit 7,8 Prozent erstmals ins Landesparlament ein; die Linke verpasste den Wiedereinzug mit nur 2,5 Prozent. Zwar standen in diesem Wahlkampf landespolitische Themen im Mittelpunkt; vor allem aus der Perspektive der SPD wird der Ausgang der Wahl aber erhebliche bundespolitische Auswirkungen haben. Kraft möchte die rot-grüne Koalition fortsetzen, einer Regierung unter Beteiligung der Linken hat sie eine klare Absage erteilt.

Der nordrhein-westfälische CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet hat die Grünen kritisiert, weil sie eine sogenannte Jamaika-Koalition mit ihm und der FDP ablehnen. Eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP haben die Freidemokraten ausgeschlossen. Bei der Abschlussveranstaltung der FDP sagte der Bundes- und Landesvorsitzende Christian Lindner, die Wahrscheinlichkeit für eine Koalition aus SPD und FDP gehe gegen Null. Die einzige denkbare Regierungskonstellation wäre danach eine große Koalition. Nur die beiden letzten von vielen Beispielen: Nach der Landtagswahl 1995 brauchte die bis dato allein regierende SPD in Düsseldorf die Grünen für die Regierungsmehrheit, 1998 übernahm Rot-Grün auch im Bund die Macht. Dabei hob Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth noch einmal hervor, wie wichtig Rückenwind aus NRW für die Bundestagswahl im September sei.

Am Sonntag bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen geht es für die SPD schon um fast alles. Kraft hielt dem entgegen, die rot-grüne Koalition habe in den vergangenen sieben Jahren eine Menge geschafft.

Kurz vor der Landtagswahl im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen hat die CDU die SPD von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft einer aktuellen Umfrage zufolge zum ersten Mal überholt. Das gilt für Rot-Rot-Grün nach Krafts jüngster Klarstellung ebenso wie für die rot-gelb-grüne Ampel, die die FDP ausschließt. Sowohl die AfD als auch die Linkspartei dürften den Einzug in den Landtag schaffen, spielen aber bei der Koalitionsbildung wohl keine Rolle, weil SPD und CDU Koalitionen mit ihnen abgelehnt haben.


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