Freund mit Kreissäge getötet - über zwölf Jahre Haft

Gabi P. soll ihren gefesselten Freund beim Sexspiel mit einer Handkreissäge umgebracht haben. "Wer einem anderen eine laufende Handkreissäge zweimal gegen den Hals drückt, handelt mit absolutem Vernichtungswillen".

"In der Begründung hat das Landgericht festgestellt, dass das Opfer arglos und wehrlos war".

Die beiden hatten am Abend dann Sex, bei dem Alexander H., wie offenbar häufiger, eine verdunkelte Taucherbrille aufsetzte und von Gabi verlangte, dass sie ihn ans Bett fesselt. "Lockte sie ihn bewusst in einen Hinterhalt?" Es sei in der Verhandlung nicht belegt worden, dass die Tötungsabsicht schon vor der Fesselung bestand. Ihr damaliger Freund habe sie jahrelang gedemütigt und zu Sexspielen gezwungen, die sie nicht wollte.

Die Staatsanwaltschaft ging in ihrem Plädoyer davon aus, dass Gabi P.im Dezember 2008 ihren Freund heimtückisch ermordet habe.

Durch die völlige Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers sei das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. "Da es sich aber letztendlich um eine Beziehungstat gehandelt hat, hat die Staatsanwaltschaft keine besondere Schwere der Schuld gesehen", sagte Anne Leiding, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft. Darin schilderte sie das Verbrechen.

Laut dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft sei der Tagebuch-Eintrag in Kombination mit den Ergebnissen der Rechtsmedizin stimmig. Diese Aufzeichnungen könnten auch eine "Vermengung aus Realität und Vorstellung sein, um sich selbst zu rechtfertigen, um Gefühle aufzuarbeiten", sagte sie nach ihrem Plädoyer. Es sei nicht erwiesen, dass das Opfer zum Tatzeitpunkt die Schwimmbrille aufhatte und gefesselt war."Das liegt alles im Bereich des Spekulativen".

Vor Gericht hatte die Pädagogik-Studentin das Verbrechen gestanden. Als Motiv gab Gabi P.an, Angst vor ihrem Lebensgefährten gehabt zu haben. Und: Sie könne sich lediglich daran erinnern, "die Kreissäge nach vorne gedrückt zu haben". Wie es dazu gekommen sei, wisse sie nicht. Später verscharrte sie mit ihrem neuen Freund und einem Bekannten die zerstückelte Leiche im Garten, wo sie fast sieben Jahre lang unentdeckt vergraben lag.

Die Tat kam erst im Jahr 2016 ans Licht. Der Verlobte sitzt wegen Strafvereitelung bereits im Gefängnis.


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