Kretschmann und die Autobosse beschließen strategische Partnerschaft

Der Grünen-Politiker traf sich am Freitag mit Vertretern der Autobranche in Stuttgart. Die Sprachregelung soll die Erwartungen an konkrete Ergebnisse deckeln - und zugleich keine Assoziationen zum jüngsten "Diesel-Gipfel" aufkommen lassen. "Es sollte um die Zukunft der Mobilität gehen". "Wir wollen Mobilität hier in Baden-Württemberg neu denken", sagte er. Das Land könnte aber Forschungsverbünde schaffen oder stärken, die sich beispielsweise um Mobilitätsthemen wie die Batteriezellenforschung kümmern.

Die Wirtschaft wird Garantien haben wollen. Vieles wird sich nicht in Stuttgart regeln lassen, Berlin und Brüssel werden ebenfalls gefragt sein.

Für Kretschmann hat das Ganze auch eine parteipolitische Ebene: Er will die Grünen wieder stärker als Konzeptpartei positionieren, die Dinge vorausdenkt und Antworten auf die Fragen von Morgen liefert. Aber Kretschmann und sein CDU-Vize Thomas Strobl, der auch gute Kontakte zur Branche pflegt, hoffen, dass ihr Vorgehen eine Dynamik auslöst, die weit über den Stuttgarter Kessel hinausgeht. Etwas, was er auf Bundesebene in den letzten Jahren schmerzlich vermisst hat. Legendär ist sein Halbsatz, weniger Autos seien besser als mehr, der noch vor seiner Vereidigung zum Ministerpräsidenten 2011 die Lenker der Konzerne in Aufruhr versetzt hat.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) übt Kritik an dem von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) initiierten Treffen der Autobranche am Freitag im Neuen Schloss in Stuttgart: "Das ist ein Gespräch der Automobilindustrie mit sich selbst und der Politik". Umgekehrt hat sich auch die Industrie auf den Regierungschef zubewegt - Zetsche zum Beispiel hat im November 2016 auf dem Grünen-Bundesparteitag in Münster gesprochen. "Mit Hartwig Geisel von Bosch und Michael Brecht von Daimler haben wir zwei Arbeitnehmervertreter dabei", sagte ein Sprecher des Staatsministeriums der Automobilwoche.


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