Putin will Aufnahme des Gesprächs zwischen Trump und Lawrow veröffentlichen

Putin bot an, die Notizen der Unterredung zwischen Trump und Lawrow zu veröffentlichen: "Wenn die US-Administration es für notwendig halten sollte, ist Russland bereit, das Transkript des Gesprächs zwischen Trump und Lawrow sowohl dem Senat als auch dem Kongress der Vereinigten Staaten vorzulegen".

Presseberichten zufolge sollen die von Trump an Lawrow weitergegebenen Informationen über die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) vom israelischen Geheimdienst stammen.

Der russische Präsident bietet ironisch an, Aufzeichnungen zum skandalumwitterten Gespräch zwischen Trump und Russlands Aussenminister nach Washington zu übermitteln. Ein Telefonanruf eines Gesprächszeugen aus dem Weissen Haus könne das womöglich klären, aber: "Vielleicht sind sie beschäftigt".

Russland wies die Berichte in ihrer Gesamtheit zurück. Sprecherin Maria Sacharowa schrieb am Dienstag auf Facebook von "noch einer weiteren Fälschung".

Nur einen Tag nachdem Trump wegen des möglichen Geheimdienst-Ausrutschers auch international unter Beschuss geraten war, wurden noch schwerere Vorwürfe bekannt.

US-Präsident Donald Trump war in die Kritik geraten, nachdem enthüllt worden war, dass er dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, sensible Geheimdienstinformationen über einen Anschlagsplan der Terrororganisation IS verraten haben soll. Dieser Drittstaat, möglicherweise Israel, habe einer Weitergabe dieser Informationen nicht zugestimmt.

Ein US-Regierungsvertreter, der nicht genannt werden wollte, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass es sich bei dem Land um Israel gehandelt habe. Trump besucht im Zuge seiner ersten Auslandsreise in der nächsten Woche Jerusalem. Die Informationen stammten demnach von dem Geheimdienst eines mit den USA befreundeten Landes - und hätten nicht weitergegeben werden dürfen. Das berichtet die New York Times (NYT) unter Berufung auf einen aktuellen und einen früheren US-Behörden- oder Regierungsmitarbeiter. McMaster dementierte allerdings nicht explizit, dass Trump geheime Informationen preisgegeben haben könnte.

Er habe offenbar mit seinem Wissen prahlen wollen, hieß es in mehreren Medien-Berichten. Als Präsident habe er das "absolute Recht", Informationen mit Russland zu teilen, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Trump führte nicht zuletzt humanitäre Gründe an.

Trumps Problem ist indes, dass die Optik des Berichts in der "Washington Post" verheerend ist: Nicht nur steht Moskau am amerikanischen Pranger wegen der vermeintlichen Einmischung in die US-Wahlen.

Ob die Affäre Trumps Verbleib im Amt gefährden könnte, hängt von seiner Partei ab.

Trumps Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster sagte, der US-Präsident habe in "keiner Weise" Quellen oder Geheimdienstmethoden kompromittiert. "Ganz offensichtlich befinden sie sich in einer Abwärtsspirale", sagte der republikanische Senator Bob Corker über das Weiße Haus: "Das Chaos, das durch einen Mangel an Disziplin entstanden ist, ist besorgniserregend".

Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, sagte am Mittwoch: "Wir brauchen die Fakten".

Thomas Bossert zögerte nach Abschluss des Treffens des Präsidenten mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow vergangenen Mittwoch keinen Moment. Die Massnahme gilt als höchst umstritten.


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