Schulz kündigt "Zukunftsplan für Deutschland" an

Sie haben ihm das Rednerpult direkt vor dem Bücherbereich "Lernzentrum" aufgebaut.

Was ist passiert mit Martin Schulz?

Nach drei verlorenen Landtagswahlen will SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz mit einem "Zukunftsplan für Deutschland" in die Offensive kommen. Denn über das Bildungsangebot, das hier gemacht wird - Lesen - hat der gescheiterte Gymnasiast einst die Kurve bekommen, die Alkoholsucht überwunden und nach einer Buchhändlerlehre sogar seinen eigenen Laden im heimischen Würselen aufgemacht. Schulz wankt, aber er kämpft. Als Bundeskanzler wolle er deshalb darauf drängen, dass die Europäische Union mehr Geld für europaweite Bildungs- und Austauschprogramme zur Verfügung stellt. "Unser größtes Problem in Neukölln ist die Bildungsferne", sagt Giffey. Nirgendwo sonst in Berlin gibt es so viele Problemschulen und einen so hohen Anteil von Jugendlichen ohne Abschluss. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beziffert diesen Wert auf 5,2 Prozent vom jährlichen Bruttoinlandsprodukt eines Mitgliedslands - in Deutschland sind es nur 4,3 Prozent. "Ich will, dass Deutschland das weltweit stärkste Land in der Bildung wird", sagt Schulz am Donnerstag in der Neuköllner Hauptbibliothek. Wie Schulz sich als Kanzler von entsprechenden Nato-Verpflichtungen frei machen würde, verrät er allerdings nicht.

Die in der Föderalismusreform 2006 festgeschriebene alleinige Zuständigkeit der Länder für die Bildung nannte der SPD-Kanzlerkandidat einen "in Verfassungsrecht gegossenen Irrtum". "Der Bildungsföderalismus in seiner radikalen Form hat sich überholt", ist Schulz überzeugt. Stattdessen müssten "alle Anstrengungen und Mittel gebündelt" werden, um Hilfen des Bundes möglich zu machen.

Schulz beklagte die Ungerechtigkeit des deutschen Schulsystems: "Herkunft darf kein Schicksal sein". Außerdem kritisierte er den "übertriebenen Reformeifer" und das "Herumdoktern" in der Schulpolitik der Länder. Zur Stärkung der Sicherheitslage fordert die SPD 15.000 neue Polizisten in Bund und Ländern. "Ich bin für mehr Zeit und dagegen, dass wir die Schule durchökonomisieren", sagte er.

Schulz pocht auf einen Perspektivwechsel in der Bildungspolitik: Hier dürfe es nicht nur um die "schnellstmögliche Verwertbarkeit von Menschen für den Arbeitsmarkt" gehen. Zudem sprach er sich in Berlin für das Abitur nach 13 Schuljahren aus. Schulz sagte: "Wir brauchen weder Kleinstaaterei noch Kooperationsverbote".

Der SPD-Vorsitzende will Schülern und Lehrern auch "wieder mehr Zeit geben".

Schulz sprach sich in der Diskussion für ein Abitur nach 13 Schuljahren aus.


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