Testete Nordkorea neuen Raketentyp?

Nach Angaben des US-Militärs stürzte die Rakete danach ins Japanische Meer.

Für den neuen südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In ist der Raketentest ein Schlag ins Gesicht. Washington drohte daraufhin prompt eine weitere Verschärfung der Sanktionen an. Zudem wolle Nordkorea seine Verhandlungsposition vor möglichen Gesprächen mit den USA und Südkorea stärken. Experten warnten davor, dass es in der aufgeheizten Situation zu Missverständnissen kommen könnte, die einen militärischen Konflikt auslösen könnten.

Nordkorea hatte am Sonntagmorgen (Ortszeit)zum zweiten Mal binnen zwei Wochen eine ballistische Rakete abgefeuert. In Japan hieß es, es könnte sich um einen neuen Raketentyp gehandelt haben. Staatschef Kim Jong-un habe den Abschuss der Rakete persönlich überwacht. Moon hatte im Wahlkampf für eine Politik der Annäherung plädiert, aber Nordkorea auch vor weiteren Provokationen gewarnt. Besonders von China erhofft sich der US-Präsident Unterstützung.

Die Lage in der Region ist nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt. Die Europäische Union verurteilte den jüngsten nordkoreanischen Raketentest als "Bedrohung für den internationalen Frieden". Nach Berichten südkoreanischer Medien will sich der UN-Sicherheitsrat in New York am Dienstag mit dem Test befassen.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe nannte die wiederholten Raketentests einen schwere Bedrohung für sein Land. Die Volksrepublik ist der engste Verbündete und wichtigste Handelspartner Nordkoreas. Pjöngjang setze das Spiel von Provokation und Eskalation fort. Moon hatte bei seiner Antrittsrede erklärt, bereit zu sein, nach Pjöngjang zu reisen, sollten die Umstände dafür passen. Das Geschoss sei nach 787 Kilometern planmäßig im Meer gelandet. Zuletzt hatte das Land am 29. April eine Rakete getestet, die aber kurz nach dem Start abgestürzt war. Bisher haben aber auch Gesprächsangebote nichts an Nordkoreas Haltung geändert. Am Vortag hatte das Gremium den jüngsten Raketentest Nordkoreas scharf verurteilt und Sanktionen wegen des "höchst destabilisierenden Verhaltens" Pjöngjangs gefordert. Anfang Mai überraschte er allerdings mit der Äußerung in einem Interview, er würde sich geehrt fühlen, den Machthaber Kim Jong Un zu treffen.


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