DEB-Trainer Sturm: "Heim-WM sehr, sehr positiv"

Nach dem emotionalen Viertelfinal-Einzug halten Deutschlands Cracks selbst die Sensation gegen den Titelverteidiger für möglich. "Die Spieler wollten das Viertelfinale mit aller Macht erreichen", sagt Reindl. "Es ist jetzt nicht so, dass man nervös werden muss, nur weil es Kanada ist", sagte der gegen Lettland überragende Torhüter Philipp Grubauer. Jetzt müssen die Jungen Verantwortung übernehmen. "Man hat es auch gegen die Amis gesehen, man kann auch große Nationen schlagen. Das ist noch schwierig bei uns in Deutschland", sagt Sturm.

Seidenberg: Ich denke, dass wir das ganze Turnier hinweg unser Bestes gegeben haben. Das war kein kleines Wunder wie vor sieben Jahren beim Halbfinal-Einzug bei der vorherigen Heim-Weltmeisterschaft. -Runde - damals gegen die Slowakei - gewonnen.

Die Kanadier haben mit dem Treffer von Nate MacKinnon (l) das Tor zur 1:0-Führung gegen Deutschland erzielt. Der Gegner diesmal ist allerdings ungleich stärker.

Sturm hatte unter anderem den früheren Mannheimer Meistertrainer Geoff Ward zu seinem Assistenten gemacht und das Umfeld der Nationalmannschaft professionalisiert. "Es war mehr drin, gerade auch das zweite Gegentor fuchst mich", sagte der Rosenheimer, der bei den Washington Capitals unter Vertrag steht und der erst am Samstag in Köln angekommen war, "bei denen stehen aber nur NHL-Jungs im Kader, da merkt man halt den Unterschied". Doch Bundestrainer Marco Sturm hatte seine Mannschaft gut präpariert. "Er hat super gehalten".

Banger Blick: Marco Sturm (M.) im Viertelfinalspiel gegen Kanada.

Bundestrainer Marco Sturm kritisiert die Strukturen des deutschen Eishockeys, die ein erfolgreicheres Abschneiden verhindern. Auch weil niemand so recht an eine Überraschung geglaubt hatte. "Man lernt ja immer aus Niederlagen".

DER BUNDESTRAINER: Der Bundestrainer hofft, dass seine Mannschaft aus dem 1:4 im Viertelfinale 2016 gegen Russland gelernt hat. "Wir brauchen uns nicht verstecken, wir haben eine tolle Gruppe".

Seit seinen ersten Auftritten im DEB-Trikot als 18-Jähriger 2014 betont der ehrgeizige Draisaitl, der Dirk Nowitzki des Eishockeys werden zu wollen.

Der letzte WM-Sieg gegen die Kanadier, nur zwei Erfolge gelangen in 35 Duellen insgesamt, war der DEB-Auswahl 1996 in Wien gelungen (5:1). Noch spannender war das Olympia-Viertelfinale 1992. Beim Penalty von Peter Draisaitl blieb der Puck dann auf der Torlinie liegen. Die letzten beiden Spiele waren unsere besten. "Der Name wird damit oft in Verbindung gebracht".

Enttäuscht, müde und abgekämpft stapfte Leon Draisaitl an den Kollegen vorbei in die Kabine. Nach dem Viertelfinaleinzug habe er mit seinem Vater noch nicht darüber gesprochen: "Ich glaube, er hat auch nicht so einen Bock darauf".


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