Hertha BSC plötzlich offen für Olympiastadion-Umbau

Es gibt eine gemeinsame Erklärung der Landesregierung und Hertha. Selbst ein Neubau in Berlin wird von den Genossen "kritisch gesehen" und stattdessen ein Umbau des Olympiastadions gefordert. "Wir feiern Fußball seit 1892".

Überraschung, Überraschung! In der ewigen Debatte um eine neue Spielstätte für Fußball-Bundesligist Hertha BSC deutet sich eine durchaus spektakuläre Wende an.

Beide Vereine stehen sich bereits zum vierten Mal in einem Freundschaftsspiel gegenüber. Werner Gegenbauer, Präsident von Hertha BSC, äußerte sich überrascht: "Wir waren ursprünglich davon ausgegangen, dass ein Umbau des Olympiastadions nicht in Betracht kommt". Dies ist im Olympiastadion aufgrund der Laufbahn derzeit nicht gegeben. In die engere Auswahl waren letztlich zwei Orte gekommen: Direkt neben dem Olympiastadion im Olympiapark in der Nähe des alten Hockey-Geländes oder im brandenburgischen Ludwigsfelde.

Hier wurde auch über einen möglichen Umbau des Olympiastadions in eine reine Fußball-Arena mit steileren Tribünen, nah am Spielfeldrand gesprochen. Hertha hat zwar verkündet, dass es ein eigenes Stadion selbst finanzieren kann und will, doch das Olympiastadion gehört dem Land Berlin und wird von der öffentlichen Hand betrieben.

Grund für den Sinneswandel ist eine Studie des von Hertha BSC beauftragten Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner (gmp). Die Baupläne im Olympiapark sind wegen des Denkmalschutzes aber umstritten und gegen den Standort Ludwigsfelde hatten sich heftiger Protest bei den Hertha-Fans formiert. Damit ist die Wunschlösung der meisten Anhänger wieder greifbar. Unsere Studie von gmp hat nun für uns überraschend eine grundsätzliche Machbarkeit bestätigt.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der Hertha gerne am Standort Berlin halten möchte, zeigte sich über das Ergebnis der Studie erfreut: "Hertha bleibt im Jahr seines 125-jährigen Bestehens in Berlin und das Olympiastadion ist weiterhin Symbol des Fußballs in Berlin". "Jetzt geht es darum, die Möglichkeiten Berlins und die Ansprüche von Hertha in Einklang zu bringen, damit das Spielerlebnis für alle Berlinerinnen und Berliner noch unmittelbarer und packender zu machen".

Innensenator Andreas Geisel ergänzte: "Das Olympiastadion kann zum Fußballstadion entwickelt werden". Das ist eine gute Nachricht für die Sportstadt Berlin und für alle Hertha-Fans. Man werde die Umsetzbarkeit nun gemeinsam mit dem Senat prüfen. "Auch wenn noch eine Menge Detailarbeit vor uns liegt, bin ich sehr optimistisch, gute Lösungen zu finden".


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