Neue schwere Vorwürfe gegen Trump in der Russland-Affäre

Nach dem spektakulären Bericht hat Trump beim Besuch des russischen Außenministers Sergej Lawrow und im Beisein des russischen Botschafters Sergej Kisljak in der vergangenen Woche im Weißen Haus damit geprahlt, wie gut er über die Aktivitäten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) informiert werde. Trump hatte im Wahlkampf allerdings seiner Gegnerin Hillary Clinton vorgeworfen, durch die Nutzung eines privaten E-Mail-Servers in ihrer Zeit als Aussenministerin vertrauliche Informationen verbreitet und damit ein schweres Verbrechen begangen zu haben. "Wenn die US-Regierung das für möglich hält, sind wir bereit, eine Mitschrift des Gesprächs zwischen Trump und Lawrow dem Senat und dem US-Kongress zur Verfügung zu stellen", sagte Putin.

Trump soll bei seinem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow geheime Informationen über den IS preisgegeben haben, die von einem Verbündeten der USA stammten. Dieser Drittstaat, möglicherweise Israel, habe einer Weitergabe der Informationen nicht zugestimmt. Auffallend ist, wie willfährig einige Regierungsangestellte gegenüber Journalisten über eigentlich streng geheime Vorgänge im Weissen Haus plaudern - so gelang es den führenden Zeitungen in Washington innerhalb kurzer Zeit, mit Hilfe von anonymen Quellen den "Post"-Artikel zu bestätigen".

Dem US-Präsidenten ist es per Gesetz nicht verboten, Geheimnisse zu lüften.

Trump selbst bestreitet jegliches Fehlverhalten. Als Präsident habe er mit Russland Informationen teilen wollen, Fakten zu Terrorismus und Flugsicherheit, was sein gutes Recht sei, schrieb er. Nur dass er am Dienstagmorgen nicht mit rabiater Rhetorik in die Offensive ging, wie es sonst seine Art ist, sondern sich gegen eine Lawine an Vorwürfen verteidigen musste.

Auch an einer weiteren Front wuchs der Druck auf Trump.

Der Präsident hatte den FBI-Direktor James Comey in der vergangenen Woche überraschend entlassen.

Das Gespräch Trumps mit Comey soll einen Tag nach dem Rücktritt Flynns als nationaler Sicherheitsberater stattgefunden haben. Das Weiße Haus widersprach den Berichten unmittelbar.

Im Extremfall kann Trumps Plauderei wohl einen oder mehrere für den Westen arbeitende Agenten mit Zugang zum Innersten des Terrornetzwerks auffliegen lassen und sie damit noch mehr gefährden.

Flynn hatte im Februar nach weniger als einem Monat im Amt zurücktreten müssen. Kritiker werfen Trump vor, diese Untersuchungen seien der wahre Grund für Comeys Entlassung gewesen.

Der Sicherheitsberater fügte hinzu, es gebe "nichts, das der Präsident ernster nimmt als die Sicherheit des amerikanischen Volkes". Der Präsident habe den größten Respekt für die Behörden der Strafverfolgung und für alle Ermittlungen. Das Präsidialamt erklärte, die Notiz sei "keine wahrheitsgemäße und präzise Darstellung des Gesprächs zwischen dem Präsidenten und Herrn Comey". Das Weiße Haus dementierte die Darstellung am Dienstag umgehend. Die Informationen, die Trump geteilt habe, seien "völlig angemessen" gewesen. Der ehemalige FBI-Vizedirektor Ron Hosko warf Trump in der "Zeit" vor, "wenig Ahnung" von der Gewaltenteilung und "wenig Respekt vor dem FBI" zu haben.

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Treffen im Oval Office nach einem Bericht der "Washington Post" hochsensible Geheimdienstinformationen an ranghohe russische Vertreter weitergegeben. Der Präsident habe wiederholt erklärt, dass Flynn ein "anständiger Mann" sei, sagte ein Regierungsvertreter; doch habe er niemals Comey darum gebeten, "irgendwelche Ermittlungen, eingeschlossen die Ermittlungen gegen General Flynn, einzustellen".


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