USA: Ex-FBI-Chef Comey zu Aussage vor Ausschuss bereit

"Er war verrückt, ein richtiger Spinner", habe der Präsident laut einem offiziellen Protokoll und Regierungsmitarbeitern gesagt.

"Es lastete viel Druck auf mir wegen Russland". Der sei jetzt weg.

Die "Washington Post" veröffentlichte zur selben Zeit einen Bericht, wonach bei der FBI-Untersuchung nun auch ein enger Mitarbeiter Trumps aus dem Weißen Haus als "Person von Interesse" betrachtet werde. Wegen der Russland-Verdächtigungen "haben wir ein sehr gespaltenes Land", sagte er. Führende Vertreter der oppositionellen Demokraten äusserten den Verdacht, dem Präsidenten seien die Ermittlungen unter Comey zu heiss geworden. Doch sei die ganze Angelegenheit "eine Hexenjagd".

Derzeitige Mitglieder der Regierung, die Kontakte zu Russland eingeräumt haben, sind Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, Justizminister Jeff Sessions und Außenminister Rex Tillerson. Die Vorwürfe seien "total lächerlich".

Während der US-Präsident am Freitagabend zu seiner ersten Auslandsreise nach Saudi-Arabien aufgebrochen ist, kommen die Einschläge rund um die Russland-Ermittlungen damit immer näher an den Präsidenten - noch bevor der neu ernannte Sonderermittler Robert Mueller seine Arbeit aufgenommen hat. In einem Statement soll er sich darüber beklagt haben, dass die Politisierung der Ermittlungen "unnötigen Druck" auf den Präsidenten aufgebaut habe. Er sagte Mueller "alle erforderlichen Ressourcen" zu, um "gründliche und vollständige Ermittlungen" leisten zu können. Trump hatte Comey vergangene Woche entlassen und sieht sich deswegen Vorwürfen ausgesetzt, er habe in die Russland-Untersuchungen eingreifen wollen. Bisher war bekannt gewesen, dass vor allem Trumps ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn und sein früherer Wahlkampfchef Paul Manafort im Zentrum der Ermittlungen stehen. Auf die entsprechende Frage eines Journalisten antwortete er kurz angebunden: "Nein, nächste Frage".

Comey wird sich sicherlich mit Fragen über ein Abendessen im Januar auseinandersetzen müssen, bei dem Trump ihn laut einer Erklärung Comeys an Vertraute aufgefordert haben soll, ihm Loyalität zu schwören. Diese Notizen könnten nun von Mueller angefordert werden. Der von ihm gefeuerte FBI-Chef James Comey erklärte sich am Freitagabend (Ortszeit) zu einer Aussage im Geheimdienstausschuss des US-Senats bereit.

Der "New York Times" zufolge bezeichnete Trump den FBI-Chef einen Tag nach der Entlassung als "verrückt". Der Sicherheitsberater musste nach nur dreieinhalb Wochen im Amt gehen, weil er die Unwahrheit über seine Gespräche mit dem russischen Botschafter verbreitet hatte.

Trump hatte Comey in der vergangenen Woche überraschend gefeuert. Das Weiße Haus bereitet sich währenddessen auf eine mögliche Amtsenthebung vor.

Die Ex-Außenministerin war im Wahlkampf durch öffentliche Mitteilungen Comeys zu den Untersuchungen wegen ihrer regelwidrigen Verwendung privater Server für die dienstliche Kommunikation unter Druck geraten.

"Bei all den illegalen Handlungen, die es in Clintons Wahlkampfteam und in der Obama-Regierung gab, wurde nie ein Sonderermittler eingesetzt", erklärte der Präsident mit Blick auf seine demokratische Gegnerin im Wahlkampf, Hillary Clinton, und seinen Amtsvorgänger Barack Obama. Das teilte US-Vizejustizminister Rod Rosenstein mit.

In Riad wird Trump am Samstag zunächst den saudischen König Salman und danach den Kronprinz sowie seinen Stellvertreter treffen. Der acht Tage dauernde Trip führt Trump auch nach Israel, Rom, Brüssel sowie zum G-7-Gipfel nach Sizilien.


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