USA: Neue schwere Vorwürfe gegen Trump

Der frühere FBI-Chef Robert Mueller soll als Sonderermittler die Untersuchung zu möglichen Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump und Russland leiten. "Er war verrückt, ein echter Spinner", sagte Trump laut einer Aufzeichnung des Gesprächs, das der Zeitung vorgelesen wurde.

"Das ist die größte Hexenjagd auf einen Politiker in der US-Geschichte", schrieb Trump am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der sei jetzt weg.

Laut einem Zeitungsbericht der Washington Post beschäftigen sich die Ermittler zudem mit einer hochrangigen Person aus dem engeren Umfeld von Trump. Wegen der Russland-Verdächtigungen "haben wir ein sehr gespaltenes Land", sagte er.

Nein, aber der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein könnte es tun. Die Vorwürfe seien "total lächerlich".

Das Amt des Sonderermittlers ist derart gestaltet, dass Mueller weitgehend autonom agieren und mit starken Vollmachten ausgestattet sein wird. Eine gründliche Ermittlung werde nur bestätigen, was man bereits wisse, nämlich, dass es keine Geheimkooperation zwischen seiner Kampagne und dem Ausland gegeben habe, ließ Trump erklären. Rosenstein ist in dieser Angelegenheit tätig, weil sich Justizminister Jeff Sessions als Trumps Wahlkampfmitarbeiter für befangen in der Causa erklärt hatte.

Anfang kommender Woche wird Trump in Jerusalem an die Klagemauer treten. Auf die entsprechende Frage eines Journalisten antwortete er kurz angebunden: "Nein, nächste Frage".

Nicht anders wird es sein, wenn der Mauer-Bauer Trump am Mittwoch im Vatikan auf den Brückenbauer Papst Franziskus treffen wird.

Glaubt man Thomas Pickard, einem von Muellers ehemaligen Stellvertretern beim FBI, war dieses Verhalten typisch für ihn. Dabei beklagte er sich, dass in diesen Fällen kein Sonderermittler eingesetzt wurde. Trump hatte ihn instrumentalisiert und Comeys Rauswurf damit begründet, Rosenstein habe dies in einem Memo empfohlen. Für seine neue Aufgabe wird der 72-Jährige über ein eigenes Budget verfügen und kann eigenes Personal einstellen.

Die Ex-Außenministerin war im Wahlkampf durch öffentliche Mitteilungen Comeys zu den Untersuchungen wegen ihrer regelwidrigen Verwendung privater Server für die dienstliche Kommunikation unter Druck geraten.

Die Ermittlungen zu möglichen Verbindungen zwischen Russland und dem Wahlkampfteam von Donald Trump gewinnen erheblich an Dynamik: Das US-Justizministerium ernannte am Mittwoch überraschend den früheren Chef der Bundespolizei FBI, Robert Mueller, zum Sonderermittler. Der Präsident brach am Freitagnachmittag zu seiner ersten Auslandsreise auf. Der acht Tage dauernde Trip führt Trump auch nach Israel, Rom, Brüssel sowie zum G7-Gipfel nach Sizilien.


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