Vorwurf der Vergewaltigung Schwedische Ermittlungen gegen Assange werden

"Diese Befragungen haben zu weiteren Ermittlungsmassnahmen geführt", hiess es in der Entscheidung der Staatsanwaltschaft. Wenn Großbritannien sie gewähre, sei Assange in Ecuador willkommen, sagte Long auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Quito. "Wir treffen keine Aussagen zur Schuld".

Der Wikileaks-Gründer muss offensichtlich nicht mehr die Auslieferung nach Schweden befürchten, dennoch droht ihm weiter die Festnahme. "Die Entscheidung, die heute getroffen wurde, hat nichts mit möglichen Aktionen der US-Regierung zu tun", betonte Ny.

Die schwedische Staatsanwaltschaft lässt die Ermittlungen gegen den Mitbegründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, fallen.

Man werde jedoch, gab Scotland Yard bekannt, die Bewachung der Botschaft proportional zur minderen Beschuldigung anpassen, soll heißen: weniger Beamte vor der Botschaft postieren. In Großbritannien wird Assange jedoch weiterhin wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen gesucht, wie die britische Polizei mitteilte. Polizisten überachen das Gebäude seit Jahren rund um die Uhr, damit Assange nicht verschwindet.

Wann kann Assange die Botschaft verlassen?

Sollte Assange jedoch vor 2020 in Schweden erscheinen - wenn das Delikt, dessen er beschuldigt wird, verjährt -, werde man den Fall wieder aufnehmen. "Das Vereinigte Königreich", hieß es auf Twitter, "weigert sich zu bestätigen oder zu dementieren, ob es eine amerikanisches Auslieferungsersuchen für Julian Assange erhalten hat". Das US-Justizministerium wollte sich zum Fall Assange nicht äussern. Assange war Mitte November in der diplomatischen Vertretung von Ermittlern befragt worden.

Assange hatte das Strafverfahren gegen ihn in Schweden stets als politisch motiviert bezeichnet. Einen Tag nach der Wikileaks-Informantin könnte auch der Gründer der Enthüllungsplattform freikommen - das zumindest war der Eindruck, den die Meldung vermittelte, Schweden stoppe seine Ermittlungen wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen den 45-Jährigen. Sein Anwalt, Per Samuelson, sagte der "Presse" vor Kurzem, diese Situation sei "psychisch sehr zermürbend für Assange". "Er ist natürlich froh und erleichtert". Der Australier fürchtete, von Schweden aus in die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm eine Verurteilung für die Wikileaks-Enthüllungen droht.

Die Internet-Plattform Wikileaks hatte 2010 ein politisches Erdbeben ausgelöst, als sie mehr als 250'000 vertrauliche Dokumente von US-Botschaften veröffentlichte. Eine der wichtigsten Quellen war dabei die US-Whistleblowerin Chelsea Manning. Sie enthüllte unter anderem Details über das Vorgehen der US-Streitkräfte bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Damals war er gegen Kaution auf freien Fuß gekommen.

Die Anklage um die Generalstaatsanwältin Marianne Ny sieht "keine Möglichkeit", dass Assange in Zukunft ausgeliefert werden könnte.

Julian Assange auf einem Monitor: Er lebt seit Jahren im Exil in der ecuadorianischen Botschaft in London. Sie kündigte aber an, dass der ecuadorianische Außenminister am Nachmittag eine Stellungnahme in Südamerika abgeben wolle.


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