Wahlen: Ruhani gewinnt Präsidentenwahl im Iran

Chamenei gab bei der Wahl symbolisch die erste Stimme ab und rief die Iraner zu einer regen Beteiligung auf. Deswegen verschob das Innenministerium die ursprünglich für 15.30 Uhr (MESZ) geplante Schließung der Wahllokale um mehrere Stunden. Über 56 Millionen Iraner sind aufgerufen zu bestimmen, ob sie dem moderaten Präsidenten Hassan Rouhani eine zweite Amtszeit geben oder einen politischen Wechsel wollen. Sein Hauptrivale ist Ebrahim Raisi, der Spitzenkandidat des erzkonservativen Klerus. Die anderen beiden Kandidaten, der Konservative Mostafa Mirsalim und der Reformer Mostafa Haschemitaba, galten als chancenlos. Die Wahl wird deshalb als eine Art Referendum angesehen: Ruhanis Politik der Öffnung steht gegen Raisis Abschottungspolitik. Das Wahlergebnis wird zeigen, welchen Kurs die Menschen in dem arabischen Land bevorzugen. Raisi hatte im Wahlkampf bisher die Unterstützung des Klerus sowie der staatlichen Medien. Die Wähler sollten ausserdem nicht vergessen, dass das Wahlergebnis auch aussenpolitisch für das Land enorm wichtig sei. Vier Jahre zuvor hatte die Wiederwahl des Hardliners Ahmadinedschad zu massiven Protesten der Reformer geführt, die ihm eine Manipulation des Urnengangs vorwarfen. Die Bürger setzten auf seine Versprechen, das Land weltoffener und liberaler zu machen und die von Sanktionen geplagte Wirtschaft wieder anzukurbeln. Raisi, ein enger Vertrauter des obersten geistlichen und politischen Führers Ajatollah Ali Chamenei. hatte der Regierung bereits während der Abstimmung Unregelmäßigkeiten bei der Abhaltung der Wahl vorgeworfen. Er wirft Ruhani Missmanagement vor und versprach in den Armenvierteln Jobs und Sozialhilfe.

Im Iran hat am Freitagmorgen die Präsidentschaftswahl begonnen.

Viele dürften aber trotz ihrer Kritik für ihn stimmen, um den erzkonservativen Raeissi als Präsident zu verhindern. Laut Innenminister Abdulresa Rahman Fasli werden die Endergebnisse Samstagabend oder spätestens am Sonntag bekanntgeben.

Die Wahllokale werden voraussichtlich bis Mitternacht Ortszeit (21:30 MESZ) geöffnet sein.

"Die enthusiastische Teilnahme der Iraner an der Wahl stärkt unsere Macht und die nationale Sicherheit", sagte Rouhani bei der Stimmabgabe in Teheran.

Bei der iranischen Präsidentenwahl liegt Amtsinhaber Hassan Rouhani nach ersten Angaben des Innenministeriums von heute Früh deutlich vorne. Medienberichte, besonders in den sozialen Netzwerken, sollten ignoriert werden, sagte der Sprecher.


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