Fußball | Reaktionen zum Pokalfinale

Interviews wollte Tuchel am Sonntag keine geben, doch er genoss das Bad in der Menge sichtlich, an vielen Häusern hingen Plakate wie "Danke Tuchel" oder "Echte Kompetenz - Thomas Tuchel". "Und so ist es jetzt perfekt".

Berlin - Der BVB besiegte am Samstag Eintracht Frankfurt im ausverkauften Berliner Olympiastadion mit 2:1 (1:1) und sicherte sich damit den insgesamt vierten Pokalerfolg bei der neunten Endspielteilnahme. "Natürlich sind wir enttäuscht und traurig", sagte Kapitän Alexander Meier, dem erst wieder ein Lächeln übers Gesicht huschte, als ihm ein kleiner Autogramm-Jäger im Berliner Edel-Hotel strahlend einen Stift hinhielt. "Die Mannschaft hat es sich verdient", sagte Dortmunds Präsident Reinhard Rauball. Und so konnte Borussia Dortmund nach einem packenden Pokalfinale am Ende die ersehnte Trophäe in den Berliner Nachthimmel recken und den Titel gebührend feiern. Das ist so, das Leben geht weiter und wir werden nächstes Jahr einen neuen Anlauf nehmen.

Zu Beginn der Woche wird eine Entscheidung über seine Zukunft verkündet.Tuchel: "Ich habe einen Vertrag bis 2018 und möchte den erfüllen".

Legierungserklärung: Katarina Witt brachte vor Spielbeginn den DFB-Pokal ins Olympiastadion. In den nächsten Tagen soll es zum Gespräch über eine weitere Zusammenarbeit kommen, das Verhältnis zu Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gilt aber als zerrüttet.

Bei bestem Fußball-Wetter legte der BVB gut los. Nach Zuspiel von Lukasz Piszczek setzte Dembele den Ball ins linke obere Eck. Nur vier Minuten später war es auch schon passiert. Es war fast eine Kopie des 3:2-Siegtreffers aus dem Halbfinale gegen den FC Bayern München. Die offensivschwachen Frankfurter hatten es auch nur mit fünf Toren nach Berlin gebracht hatten, mit so wenig Treffern wie nie ein Team seit Gründung der Bundesliga. Bei den BVB-Verantwortlichen herrschte nach dem Titelgewinn große Freude, während die Eintracht die knappe Niederlage erst verarbeiten muss. Die Auslosung findet am 14. Juli statt, der Gegner der Freiburger steht allerdings erst nach den Rückspielen der zweiten Quali-Runde am 20. Juli fest. Der Kroate Rebic besorgte schließlich den Ausgleich. Nach Zuspiel von Mijat Gacinovic ließ der Kroate dem Dortmunder Schlussmann Roman Bürki keine Chance.

Und die Dortmunder Mienen verfinsterten sich weiter, zumal Reus schon früh humpelte und nach gut einer halben Stunde länger am Knie behandelt wurde. Dortmund stand in der Defensive und die Eintracht drückte, ohne allerdings große Torchancen zu haben. Nach einem Doppelpass mit Gacinovic traf Seferovic den Pfosten (39.). Nach der Pause der BVB dann in allen Belangen überlegen. Nuri Sahin, der auch eine Alternative gewesen wäre, stand indes aus taktischen Gründen überhaupt nicht im Kader. Auf dem Rasen zogen die Schwarz-Gelben aber wieder die Zügel an, zeigten ihren gefürchteten Offensivfußball und erzielten den 2:1-Siegtreffer durch einen Elfmeter: Aubameyang chippte den ruhenden Ball aufreizend in die Mitte.

Entschieden wurde das Spiel durch einen Foulelfmeter, als Chandler kurze Zeit nicht aufpasste, Pulisic ihm entwischte und Hradecky den US-Amerikaner nur mit einem Foul stoppen konnte.

Ins Zentrum der betriebsinternen Dortmunder Debatten rückte aber weniger Torjäger Aubameyang, der mit seinem Abschied kokettiert (siehe Profil auf Seite 4), sondern die Personalie des Nuri Sahin.

Vor dem Spiel überraschte Coach Kovac mit der Aufstellung von Slobodan Medojevic.


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