Doppelmord in Kufstein und Freiburg Mann mit der Eisenstange offenbar gefasst

Er wurde einem Haftrichter vorgeführt und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. In den Daten, die eine der Speditionen schickt, stoßen die Ermittler auf den 40-Jährigen.

Um der "besonderen Situation Rechnung" zu tragen, wie es hieß, waren auch Bürger bei der Pressekonferenz zugelassen. Verschiedene Medien hatten bereits am Freitag über die Festnahme berichtet. Carolin G. wurde Anfang November 2016 ermordet. An beiden Orten wurden identische Körperspuren gefunden.

In einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung zeigte sich LKA-Chef Walter Pupp erleichtert über die Aufklärung des Mordes in Kufstein. Auch die DNA-Spuren passen. Richard Kerber, Leiter der Freiburger Soko "Erle": "Für Datenbanken taugt sie nicht, aber für den direkten Vergleich reicht sie - aber nicht mit der üblichen Wahrscheinlichkeit."Auch in Österreich war die Spurenlage schlecht".

Beide Opfer wurden mit massiver Gewalteinwirkung erschlagen - Lucile mit einer Eisenstange, die bei hydraulischen Hebesystemen etwa bei Lkw-Führerkabinen zum Einsatz kommt. Allerdings bestreitet er beide Taten. I.

Weil beide Tatorte in Autobahnnähe lagen und das Sonntagsfahrverbot gilt, gingen die Ermittler bald der Spur zu Fernfahrern nach. Aus Kufstein bekam die Polizei von der Mauterfassung 50.000 Datensätze. Auch das genaue Fabrikat der Eisenstange konnte einem bestimmten Lastwagen-Typ zugeordnet werden. Im nächsten Schritt seien Speditionen angeschrieben worden, die in Frage gekommen seien. Der aus Rumänien stammende Verdächtige habe seinen Wohnsitz nahe seiner Arbeitsstätte im Raum Freiburg, sein Handy sei zum Zeitpunkt des Mordes an Carolin G.in der Funkzelle am Tatort eingeloggt gewesen. Die Zeichnung war nach der Aussage einer Zeugin erstellt worden, die den Unbekannten am Tag des Mordes in der Nähe des Tatorts gesehen hatte. Der Mann steht im Verdacht, fast drei Jahre davor schon eine Studentin im österreichischen Kufstein missbraucht und umgebracht zu haben. "Sollte es dann zu einer Anklage und einem Hauptverfahren kommen, werden wir eine vorübergehende Auslieferung des Mannes beantragen", erklärte Mayr.

Vermutlich wird es zwei Gerichtsprozesse gegen den mutmaßlichen Täter geben. "Dieser Fall ist ein Musterbeispiel, wie unerlässlich eine unkomplizierte, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen europäischen Ländern ist", sagte Inhofer. Laut dem Nordtiroler Landeskriminalamt habe der Abgleich zwischen der auf den Kleidern der 19-jährigen Grazer Studentin gefundenen DNA-Spur des Täters mit dem DNA, das bei der französischen Studentin Lucile sichergestellt worden war, keinen Treffer geliefert.

Die Theorie, dass ein LKW-Fahrer die Tat begangen haben könnte, erhärtete sich bei den weiteren Ermittlungen immer mehr: Schließlich führt durch Kufstein die Inntalautobahn, deshalb donnern jedes Jahr 2,5 Millionen Lastwagen durch die kleine Ortschaft.


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