Mercedes macht sich auf "kniffliges Rennen" in Montréal gefasst

Stichwort Concorde Agreement: Das sagenumwobene Concorde-Abkommen (benannt nach dem Firmensitz der FIA an der Place de la Concorde in Paris) ist gewissermaßen die Formel-1-Verfassung.

Titelverteidiger Mercedes setzt trotz verlorener Pole Position in der Formel-1-Weltmeisterschaft auf den internen Konkurrenzkampf. Im Duell von WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel im Ferrari mit Verfolger Lewis Hamilton im zickenden Silberpfeil rechnet sogar Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff schon mit einem kniffligen Rennen. "Wir müssen weiter Vollgas geben, wenn wir vor Mercedes bleiben wollen", sagte er vor dem Rennen am Sonntag (20 Uhr) in Montréal. Der zunächst in Führung liegende Finne war in Monaco mächtig sauer, dass ihn Vettel bei einem Boxenstopp überholte.

Diesmal gelten aber Vettel und dessen Teamkollege Kimi Räikkönen - Zweiter in Monte Carlo - als die ersten Anwärter auf den Sieg in Kanada.

Während die Silberpfeile in Monaco überraschend große Probleme damit hatten, ihre Reifen richtig einzusetzen und Hamilton nach einem Desaster im Qualifying nur Siebter wurde, ist der Ferrari beständig wie lange nicht. Aufgeben? Keine Alternative. Hamilton will und wird kämpfen. Auch als Teamchef in der Formel 1 musste er so manchen Tiefschlag wegstecken - das dürfte ihn kaum davon abhalten, sich bald wieder Gedanken zu machen über das, was in der Formel 1 alles passieren könnte.

In Montréal will Hamilton selbst auf die Jagd gehen. Fünf Siege feierte der 32-Jährige dort, zuletzt zweimal nacheinander. Nur sollten beide bis auf den üblichen Spaß in der pulsierenden Metropole Quebecs nicht mit allzu viel rechnen. Der SF70H funktionierte bislang auf allen Kursen. Bester Beleg: Vettel wurde in den sechs Rennen mindestens Zweiter. Nur dass ihm und Ferrari Platz zwei nicht reicht.

Wolff griff das Thema vor dem nächsten Gigantenduell der zusammen siebenmaligen Weltmeister (Vettel 4x/Hamiton 3x) und 100-fachen Grand-Prix-Gewinner (Vettel 45x/Hamilton 55x) aber noch mal auf und wies auf die eigenen Teamregie hin. "Mercedes hat alles gewonnen, es kann nur noch schlechter werden".

Dabei sollte aber auch nicht vergessen werden, dass Mercedes Neuzugang Bottas in Spanien zugunsten von Hamilton ausbremste. "Der Grund für die guten Leistungen von Ferrari ist schlicht, dass dieses Team ein hervorragendes Auto gebaut hat". Geschenke wird es auch zum Formel-1-Jubiläum Kanadas nicht geben, wo die Motorsport-Königsklasse 1967 - damals auf dem Mosport International Raceway - erstmals durchstartete.


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