Nordrhein-Westfalen: Talenteförderer Bosz soll beim BVB unterschreiben

Peter Bosz könnte beim BVB Nachfolger von Thomas Tuchel werden. So führte er den unerfahrenen Kader von Ajax, der ein Durchschnittsalter von lediglich 22,7 Jahren aufweist, ins Europa-League-Finale und in der Eredivisie auf Rang zwei.

Bosz, der in der Endphase seiner aktiven Laufbahn 1998 kurz bei Hansa Rostock unter Vertrag gestanden hatte, spricht fließend deutsch und steht für eine offensive und aggressive Spielweise. Schalke-Fans soll es ja in den besten Familien geben.

Verschiedene Medien berichten übereinstimmend, der neue Trainer werde Peter Bosz. Er gilt nach den gescheiterten Bemühungen der Vereinspitze um eine Verpflichtung von Lucien Favre aus Nizza als weiterer Wunschkandidat. Der 53 Jahre alte Bosz unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019. Angeblich müssen die Westfalen für Bosz eine Ablöse von fünf Millionen Euro an Ajax zahlen. Die Dortmunder haben sich aber bisher nicht zum Stand der Verhandlungen geäußert.

Mit anderen Worten: Seine Referenzen sind auf den ersten Blick nicht zwingend die, die einen Weg in den Kommandostand eines Großklubs wie den der europaweit beachteten Borussia vorzeichnen.

Die Grundidee für seinen Fußball hat er dem niederländischen Leitbild um seinen besten Spieler Johan Cruyff ("Voetbal total") entliehen. "Ich war auf dem Platz ein Zerstörer, aber das macht mir als Trainer keinen Spaß", bekannte der ehemalige defensive Mittelfeldspieler unlängst in der englischen Zeitung "Guardian".

Bosz gilt als Talente-Förderer, Offensivfreund und Taktiktüftler.

Zwölf Monate später sind alle Kritiker verstummt. "Ein großartiger Typ, sehr beliebt bei den Spielern", sagte er der "Bild am Sonntag".

Im März 2016, kurz vor Cruyffs Tod, hatte Bosz die Gelegenheit, sich mit seinem Vorbild lange auszutauschen.

Gleichwohl weckte die erfolgreiche Arbeit von Bosz in Amsterdam das Interesse gleich mehrerer europäischer Klubs.

Dass Bosz bislang weder als Profi noch als Trainer bei internationalen Topvereinen tätig war, bewertete die BVB-Führung nicht als Nachteil - wie schon bei den erfolgreichen Vorgängern Jürgen Klopp und Tuchel. Vor diesem Erfolg allerdings hatte Bosz als Trainer zuletzt bei Heracles Almelo, Vitesse Arnheim und Maccabi Tel Aviv gearbeitet. Die Oma des damals kleinen Peter, berichtete der große Peter vor wenigen Wochen, hatte nämlich einen Klub ganz besonders ins Herz geschlossen: den FC Schalke 04. "Was das Sportliche betrifft, kann man sie vergleichen", sagte der einstige Torhüter im TV-Sender Sky. Der 18-Jährige wechselt für die kommende Saison ablösefrei von Paris Saint-Germain zum BVB. Nach Ömer Toprak (Bayer Leverkusen) und Dahoud ist er die dritte Neuverpflichtung.


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