Anschlag in London: Polizei identifiziert dritten Attentäter

Im Mittelpunkt standen zwei bekannte Hassprediger und ihre Machenschaften. Der 22-jährige Joussef Zaghba, ein Italiener marokkanischer Herkunft, habe zuletzt in Ost-London gelebt, teilte Scotland Yard mit. Es handle sich um den 27-jährigen Khuram Shazad Butt, einen in Pakistan geborenen Briten, und den 30-jährigen Rachid Redouane, der sich als Marokkaner oder auch als Libyer ausgegeben habe. Redouane bezeichnete sich als marokkanisch-libysch. Drei Angreifer fuhren mit einem Kleintransporter auf der London Bridge in eine Menschenmenge und attackierten dann Passanten willkürlich mit Messern. Sie töteten mindestens sieben Menschen.

Der britische Außenminister Boris Johnson zeigte in der BBC Verständnis für kritische Fragen, "wie diese Person durch unser Netz schlüpfen konnte".

Nach dem Anschlag von London hat die britische Polizei am Montag erstmals die Namen von zwei der drei Täter genannt. Im gesamten Land hielten Menschen inne.

In London versammelten sich zu Mittag Trauernde bei strömenden Regen auch an einem der Tatorte, der London Bridge.

Londons Bürgermeister, Sadiq Khan, während einer Schweigeminute in London. Er forderte erneut, seinen Einreisestopp für Menschen aus mehreren islamischen Staaten in Kraft zu setzen, der von US-Gerichten gestoppt wurde.

Khan sagte CNN daraufhin, er habe keine Zeit, auf die Tweets von Trump zu reagieren. Der 29-Jährige, der in einer Wohnung festgenommen wurde, werde verdächtigt, "Terroranschläge vorbereitet" zu haben. Dort nahm die Polizei bei Durchsuchungen am Sonntag und Montag insgesamt zwölf Menschen fest, sieben Frauen und fünf Männer. Die drei Angreifer wurden von der Polizei erschossen. Butt war für seine radikalen Ansichten bekannt, arbeitete 2016 aber trotzdem mehrere Monate für die Londoner U-Bahn. Die IS-Miliz beanspruchte den Anschlag für sich. Die Information wurde an die Briten weiter geleitet, doch diese blieben untätig. Kein Unbekannter war auch Sajeel Shahid, der Butt in einem seiner Kampfsportstudios beschäftigte. Zwischen 2012 und 2015 arbeitete er in einer Filiale des Schnellrestaurants Kentucky Fried Chicken.

Nach dem Anschlag von London mit sieben Toten wird über ein mögliches Versagen der Sicherheitskräfte diskutiert. Wut haben sie auch auf die Behörden: Ein Täter war einschlägig bekannt. Damals hatte ein Nachbar sich bei einer Anti-Terror-Hotline gemeldet und berichtet, Butt habe sich radikalisiert.

Der 27-Jährige war verheiratet und hatte zwei Kinder. Die beiden haben eine 18 Monate alte Tochter. Die mutmaßlichen Terroristen wurden von Polizisten erschossen - vom Notruf bis zu ihrer Tötung vergingen acht Minuten.

In einem beispiellosen Schritt wollen mehr als 130 Imame in Großbritannien den mutmaßlichen Attentätern das muslimische Totengebet verweigern. Man sei "geschockt und abgestoßen" vom Verhalten der Attentäter, deren "unhaltbares Handeln, den Lehren des Islam widerspricht".


Beliebt

VERBINDEN