Flugabsturz in Myanmar - Kaum Hoffnung auf Überlebende

Am Mittwoch verschwand in Myanmar ein Flugzeug mit über 100 Menschen an Bord von den Radaren. Die Armee meldete später, Teile des Wracks rund 218 Kilometer von der Hafenstadt Dawei in der Andamanensee entdeckt zu haben.

Bei der Suche nach einem vermissten Armeeflugzeug mit 122 Menschen an Bord sind Leichen und Flugzeugteile gefunden worden. Das Wrack liegt demnach in der Andamanensee, einem Randmeer des Indischen Ozeans. "Wir haben das Flugzeug und einige Leichen gefunden", sagte ein Armeesprecher am Donnerstag. Gefunden wurden auch Gepäckstücke, Rettungswesten und ein Flugzeugreifen. An der Suche beteiligten sich neben anderen Flugzeugen und Hubschraubern auch mehrere Schiffe.

Das Flugzeug war am Mittwoch gegen 13 Uhr im Süden des Landes, dem ehemaligen Birma, gestartet.

Die Maschine war am Mittwochnachmittag aus bislang ungeklärter Ursache von den Radarbildschirmen verschwunden, als sie von der südlichen Stadt Myeik in die Metropole Rangun unterwegs war. Nach Angaben der Armee wurden dann aber am Donnerstag gegen 8 Uhr Ortszeit (3:30 MESZ) zunächst Wrackteile und Gepäck entdeckt.

In Myanmar ist derzeit Monsun-Saison.

Zur mutmaßlichen Unglücksursache machte die Armee keine Angaben. "Wir gehen von einem technischen Versagen aus", sagte ein Flughafenmitarbeiter. So starben im Februar 2016 bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe der Hauptstadt Naypiitaw fünf Menschen. Beim Piloten handelt es sich nach offiziellen Angaben um einen erfahrenen Soldaten, der mehr als 3000 Flugstunden absolviert hat. An seiner Seite hatte er zwei Co-Piloten.

Bei der Maschine handelt es sich um einen Militärtransporter vom Typ Shaanxi Y-8 - ein chinesisches Modell, das auf einer Baureihe der älteren sowjetischen Antonow-Maschinen basiert. Die Luftwaffe des 54-Millionen-Einwohner-Staats musste in der Vergangenheit schon mehrere Unglücke hinnehmen.

Myanmar war lange Zeit eines der am meisten isolierten Länder der Welt. Ein früherer Mitarbeiter des Luftfahrtministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, viele Militärflugzeuge seien wartungsbedürftig. Seit vergangenem Jahr wird die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (71) geführt, die während der Militärherrschaft viele Jahre in Hausarrest saß. An Bord waren Mitarbeiter des Militärs, ihre Familien und Crewmitglieder.


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