Hans-Joachim Watzke schreibt offenen Brief: 'Wir haben uns aufgerieben'

Trotzdem ist sie nicht leicht zu verstehen.

Bei seinem ersten Pokalgewinn mit Borussia Dortmund hat Thomas Tuchel dem Voll-Borussen einen Korb verpasst.

Noch vor wenigen Wochen, am Rande der Tuchel-Watzke Krise, hatte der Vereinsvorstand mit Nuri Sahin eine Vertragsverlängerung beschlossen. Bei Twitter tauchte er als @TTuchelofficial auf und schrieb um 12.47 Uhr: "Ich bin dankbar für zwei schöne, ereignisreiche und aufregende Jahre. Schade, dass es nicht weitergeht", schrieb der Fußball-Trainer am Dienstag bei dem Kurznachrichtendienst und kam seinem bis dato Arbeitgeber zuvor.

Schon vorher hatte er einigen Reportern vor dem Hotel "L'Arrivée" im Vorbeigehen zugeraunt, dass seine Zeit beim BVB zu Ende sei.

Dortmund. Michael Zorc sieht bei der Dortmunder Trainersuche keinen Grund zur Eile. Mit dieser Aktion hatte die Geschäftsführung belegt, wie sie sich in der Trainer-Krise positioniert. Die Gegenseite reagierte prompt. "Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Hans-Joachim Watzke (Vorsitzender der Geschäftsführung), Michael Zorc (Sportdirektor), Thomas Tuchel und dessen Berater Olaf Meinking, das heute stattgefunden hat", verlautbarte der BVB kurz nach Tuchels Erklärung auf der Clubwebsite. "Wir haben in der gegenwärtigen personellen Konstellation leider keine Grundlage mehr für eine auf Vertrauen ausgelegte und perspektivisch erfolgreiche Zusammenarbeit gesehen".

In einer Stellungnahme bedankte sich der Verein bei Tuchel und seinem Trainerstab "für die sportlich erfolgreiche Arbeit beim BVB". Man darf gespannt sein, ob dem wirklich so bleiben wird. Watzke begründete das mit "Vertrauensschutz", der fester Bestandteil der "Führungskultur" des BVB sei. Normalerweise werden solche Indiskretionen als vereinsschädigend wahrgenommen, in diesem Fall haben sie den Verantwortlichen geholfen, ihren Trainerwechsel zu begründen. Es gehe nur um das Wohl des Vereins. Die angekündigte Analyse der Saison hat nicht mehr stattgefunden, es ging alleine um die Modalitäten der Trennung. Angeblich haben sich Borussia Dortmund und Trainer-Wunschkandidat Lucien Favre auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Er hat in zwei Jahren kein Liga-Heimspiel verloren. Dabei bezieht er sich nicht nur auf den Umstand, dass das Team trotz eines großer Kader-Umbruchs den DFB-Pokal gewann, sich direkt für die Champions League qualifizierte und in selbiger bis ins Viertelfinale stürmte, sondern auch auf das schreckliche Attentat auf den Dortmunder Mannschaftsbus im April. Dort war es in den zehn Tagen seit der Trennung von Tayfun Korkut erstaunlich still.

Borussia Dortmund teilte auf der Vereinshomepage bereits mit, sich im Detail zu den Hintergründen der Trennung nicht äußern zu wollen.


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