Krankenkassen verbuchen im ersten Quartal hohen Überschuss

Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands, erklärt dies mit dem "sehr moderaten" Anstieg der Leistungsausgaben um nur 0,5 Prozent je Versicherten.

Mit einem satten Plus haben die gesetzlichen Krankenkassen das erste Jahresquartal abgeschlossen.

BERLIN.Das AOK-System hat im ersten Quartal dieses Jahr einen Überschuss von 361 Millionen Euro eingefahren. Damit seien ihre Rücklagen auf einen Rekordwert von 16,5 Milliarden Euro gestiegen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Die gesetzlichen Krankenkassen haben einem Zeitungsbericht zufolge im ersten Quartal 2017 einen Überschuss von 620 Millionen Euro erzielt.

Die Finanzentwicklung der einzelnen Kassen verläuft dem Bericht zufolge unterschiedlich. Dort stand am Ende des Quartals ein Überschuss von nur noch 155 Millionen Euro in den Büchern - im Vorjahreszeitraum waren es noch 206 Millionen Euro gewesen.

Auch bei den Betriebskrankenkassen reduzierte sich der Überschuss im Jahresvergleich demnach von 38 Millionen auf 30 Millionen Euro, die Innungskassen halbierten ihren Überschuss auf 17 Millionen Euro, die Knappschaft konnte ihre Reserven mit 58 Millionen Euro leicht ausbauen.

Während die AOK ihr striktes Kosten- und Vertragsmanagement als Grund für die gute Entwicklung nannten, beklagten die Ersatzkassen gegenüber der F.A.Z. Beim Ersatzkassenverband vdek ärgert man sich über eine "Fehlsteuerung des Finanzausgleichs". Wegen der wachsenden Kritik hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ein Gutachten zu Reformnotwendigkeiten des Finanzausgleichs in Auftrag gegeben, das im Herbst vorliegen soll.


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