Extremismus: IS-Miliz ermordete 163 Zivilisten bei Flucht aus Mossul

Ein kurdisch geführtes Militärbündnis hat Menschenrechtlern zufolge mit dem lange erwarteten Sturm auf die IS-Hochburg Al-Rakka in Nordsyrien begonnen.

Mossul/Genf - Bei ihrer Flucht aus der umkämpften Stadt Mossul im Irak sind nach Angaben der UNO mindestens 163 Zivilisten von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ermordet worden.

Seit Beginn der Militäroperation zur Befreiung Al-Rakkas im November waren die Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) immer weiter auf die Großstadt vorgerückt. Bei der Offensive wird die Armee von einer internationalen Koalition unter Führung der USA unterstützt. Tausende Zivilisten versuchen, aus der Stadt zu fliehen - doch der IS will sie mit allen Mitteln aufhalten. Die Menschenrechtler sitzen in England, stützen sich bei ihren Angaben aber auf Angaben von Aktivisten vor Ort.

Die Leichen von Männern, Frauen und Kindern hätten am Montag immer noch in den Straßen des Viertels Al-Schira im Westen Mossuls gelegen, sagte UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein am Dienstag in Genf. Die Islamisten haben sich in der dicht besiedelten Altstadt verschanzt, in der auch bis zu 400.000 Zivilisten gefangen sind.

Die Zivilisten starben bei dem Versuch, aus der irakischen Stadt Mossul zu entkommen. Die Kämpfe gestalteten sich aber schwierig, weil die Straßen zwischen den Gebäuden sehr eng seien, hieß es am Montag aus irakischen Sicherheitskreisen. Der IS benutze zudem Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Große Teile der einstigen Millionenstadt im Nordirak sind durch die Kämpfe zerstört worden. Auch der Kampf um die letzte IS-Hochburg im Irak tobt mit unverminderter Härte.


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