Abgasskandal - Auch Audi hat illegale Software verwendet

Audi gerät im Abgasskandal weiter unter Druck. Demnach ist der Ausstoß der gesundheitsschädlichen Stickoxide im realen Betrieb zweimal höher als auf dem Prüfstand. Laut Audi wurde "die Motordrehzahl in manchen Bereichen ungünstig von der Getriebesoftware beeinflusst". Wenige Wochen später musste Audi einräumen, dass die US-Behörden mit ihrem Vorwurf richtig lagen. Nachdem die Oberklassenmarke des VW-Konzerns am Donnerstagabend den Rückruf von 24.000 Autos vom Typ A7 und A8 wegen "Auffälligkeiten" bei den Stickoxidemissionen (NOx) einräumen musste, wird es eng für den Audi-Chef. Damit rücken jetzt erstmals auch in Europa verkaufte Autos in den Fokus. Bis zum 12. Juni sollen laut Lösungsvorschläge zur Umrüstung übermittelt werden. Heuteg habe er dann mit VW-Chef Matthias Müller gesprochen, sagte der Minister. Zudem sollten nun weitere Fahrzeuge des Konzerns mit ähnlichen Motoren untersucht werden. Neben der Prüfung der Umrüstungskonzepte durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und der Festlegung eines verbindlichen Zeitplans werde "auch zu klären sein, welche weiteren Fahrzeuge unter dem Aspekt der Lenkwinkelerkennung einer Überprüfung unterzogen werden", teilte das Ministerium am Montag mit.

Seinen Posten durfte Stadler vor allem behalten, weil der VW-Konzern über keinen geeigneten Kandidaten für die Nachfolge verfügte.

Die Empörung bei Audi-Chef Stadler war groß: Im Alleingang habe Verkehrsminister Dobrindt neue Erkenntnisse im Abgas-Skandal in die Öffentlichkeit getragen und sich auf Kosten der VW-Tochter profiliert. Betroffen sind 24 000 Oberklasse-Fahrzeuge der Modelle A8 und A7 mit Achtzylinder- und Sechszylinder-Dieselmotoren, die zwischen 2009 und 2013 gebaut worden sind. Dobrindt sagte, die Autos hätten eine sogenannte Lenkwinkel-Erkennung. Im Gegenteil: Noch ein weiterer Verdacht steht im Raum. Also: Wird das Lenkrad nicht bewegt, arbeitet die Abgasreinigung wie vorgeschrieben.

München. Nach neuen Vorwürfen weitet die Münchener Staatsanwaltschaft II ihre Betrugsermittlungen gegen Audi in der Diesel-Affäre aus.

Dort hatte Audi einen milliardenschweren Vergleich mit dem Justizministerium geschlossen, um einen Haken hinter Dieselgate machen zu können.

Stadler steht wegen seiner Rolle bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals bereits länger in der Kritik. Mitte März hatte die Behörde wegen des Verdachts auf Betrug und strafbarer Werbung mehrere Audi-Standorte durchsuchen lassen. Der Hersteller will den Rückruf voraussichtlich im Juli starten. Stadler unterstellt Dobrindt indirekt sogar, wegen der Bundestagswahl im September so gehandelt zu haben. Darunter sind auch Wagen etwa von Audi, Skoda und Seat.


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