Aus besiegelt! Pokalsieger Dortmund trennt sich von Trainer Tuchel

So schloss Watzke den Coach ausdrücklich mit in seine Dankesrede ein: "Lieber Thomas, das ist dein erster Titel". Bei Twitter tauchte er als @TTuchelofficial auf und schrieb um 12.47 Uhr: "Ich bin dankbar für zwei schöne, ereignisreiche und aufregende Jahre". In einem weiteren Tweet, den Tuchel am Dienstag nach der vollzogenen Trennung absetzte, schrieb er: "Danke an die Fans, an die Mannschaft, an den Staff und an alle, die uns unterstützt haben".

Der achtmalige Deutsche Meister Borussia Dortmund und Trainer Thomas Tuchel gehen ab sofort getrennte Wege. Auch der Coach bestätigte das Aus nur drei Tage nach dem Pokalsieg auf seinem kurz zuvor eröffneten Twitter-Account.

Wie reagieren Tuchel und der BVB? Ob der seit einiger Zeit gehandelte Lucien Favre wirklich erster Anwärter ist, bleibt offen. Der Schweizer steht derzeit aber noch beim französischen Erstligisten OGC Nizza, den er in der gerade abgelaufenen Saison sensationell in die Champions League geführt hat. Damit geht ein langer Streit zu Ende, der das Vereinsklima zunehmend belastet hatte.

In einem Gespräch zwischen dem Chef der Geschäftsführung Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc, Tuchel und dessen Berater Olaf Meinking sei die Trennung vereinbart worden, teilte Borussia Dortmund mit.

Aber: Rund um das Attentat vor dem Monaco-Spiel standen das Team und Tuchel geschlossen gegen Watzke und die Clubführung. Nuri ist ein toller Fußballer, ein toller Mensch. Schmelzer, sonst für Loyalität bekannt, kritisierte die Ausbootung Sahins offen: "Mich hat es sehr geschockt, weil ich es einfach nicht verstehe". Und vor den Kameras erzählte er locker und gelöst, dass er auf jeden Fall Trainer bei Borussia Dortmund bleiben möchte. Mit schwachen Begründungen wie, Eintracht Frankfurt würde mit hohen Bällen spielen und da bräuchte er kopfballstarke Spieler, ist Tuchel nach der Pokalpartie den Reporterfragen konsequent ausgewichen. Sein Vertrag lief eigentlich noch bis Mitte 2018.

Die Fans hatte dieser Entschluss nicht ganz unvorbereitet getroffen, schließlich gab es bereits Monate zuvor immer wieder Spannungen zwischen Trainer und Vereinsführung - und zuletzt auch zwischen Trainer und Mannschaft. Die angekündigte Analyse der Saison hat nicht mehr stattgefunden, es ging alleine um die Modalitäten der Trennung. Wie zerrüttet das Vertrauensverhältnis am Schluss gewesen sein muss, ließ sich am Wochenende des gemeinsamen Pokal-Triumphs beobachten. Der Trainer präsentiert sich seit Wochen in der Rolle eines Spielballs mächtiger Funktionärsinteressen, und dieses Bild von sich wird er weiter pflegen. Tuchel goutierte die Neuansetzung der Partie für den Tag danach nicht, Watzke hatte sich in seinen Augen zu wenig für einen anderen Termin eingesetzt.


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