Comeys Aussage: Trump widerspricht Ex-FBI-Chef

Uhr: In einer spektakulären Aussage vor dem US-Senat hat der frühere FBI-Chef James Comey die Glaubwürdigkeit der Regierung von US-Präsident Donald Trump in Zweifel gezogen. Er reagierte damit auf die Aussagen des von ihm gefeuerten Comey, der dem Präsidenten am Vortag in einer Senatsanhörung Lügen und Diffamierungen vorgeworfen hatte. Trump sagte am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus auf eine entsprechende Frage, er sei zu "100 Prozent" zu einer solchen Aussage bereit.

Er glaube, dass Trump ihn entlassen habe, um die Ermittlungen zu Russland zu untergraben, sagte Comey bei einer Anhörung im US-Senat. Daraus wird deutlich, dass Trump auch explizit Loyalität von Comey verlangte.

Robert Mueller nimmt am 28. Oktober 2013 in Washington an der Vereidigung des damaligen FBI-Direktors Comey teil - jetzt ermittelt er wegen dessen Entlassung.

Damit steht das Wort des Präsidenten gegen das Wort des früheren FBI-Chefs.

Der 56-Jährige, den Senatoren beider Parteien am Donnerstag erneut als hochgradig integren Menschen und ausgezeichneten Strafverfolger bezeichneten, hatte bereits am Tag zuvor im Vorgriff auf die Anhörung ein schriftliches Statement veröffentlicht. Auch habe nicht Trump gesagt, er erwarte von Comey Loyalität.

Trump sagte: "James Comey hat viel davon bestätigt, was ich gesagt habe, und er hat Dinge gesagt, die nicht wahr sind". Gestern hatte der von Trump gefeuerte Comey vor einem Senatsausschuss schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten erhoben.

Ist Donald Trump nach der Russland-Affäre rücktrittsreif?

Comey darf keine Aussagen machen, die den FBI-Ermittlungen schaden. Man wolle nun zur Tagespolitik zurückkehren. Sollte es Audio-Aufzeichnungen von den Gesprächen geben, ermunterte Comey das Weiße Haus, diese vollständig zu veröffentlichen. Aus dem Umfeld von Kasowitz verlautete, dass dieser deswegen Beschwerde beim Justizministerium einreichen wolle.

In Wahrheit hätten andere Motive eine Rolle gespielt, offenbar auch die Russland-Affäre, sagte er auf eine Frage des republikanischen Ausschussvorsitzenden Richard Burr.

Das sei auch der eigentliche Kern der Untersuchungen, und das Wichtige: Dass hier kein Wahlkampf unter Amerikanern ausgetragen wurde, sondern eine fremde Regierung durch technische Hilfsmittel Einfluss darauf genommen habe, "was wir denken, wie wir wählen, wie wir handeln". Trump schrieb, er sehe sich trotz falscher Erklärungen und Lügen "vollständig und total" bestätigt. Comey deutet an, dass Sessions noch mehr Gründe gehabt habe, sich aus den Russland-Ermittlungen rauszuhalten.

Trumps Anwalt sagte, es sei nun an den Justizbehörden zu prüfen, ob wegen dieser Enthüllungen ermittelt werden müsse.

Washington. Donald Trump bezichtigt den früheren FBI-Chef James Comey der Lüge.

Der öffentliche Teil von Comeys Anhörung soll drei Stunden dauern. Eine zentrale Frage ist, ob Comeys Entlassung selbst sowie Trumps Äußerungen zu den Flynn-Ermittlungen eine Behinderung der Justiz darstellen. Die bisher auf die Russlandfrage konzentrierten Ermittlungen der Bundespolizei gehen damit nicht nur weiter, sie werden auch Trump selbst weiter unmittelbar beschäftigen. Demokraten sehen in der Formulierung dagegen den Vorwurf bestätigt, Trump habe sich der Einflussnahme auf die Justiz schuldig gemacht. Eine Trump-Sprecherin entgegnet: Der Präsident sei kein Lügner. Laut Comey sagte ihm der Präsident zu den Flynn-Ermittlungen: "Ich hoffe, Sie sehen einen freien Weg, dies sein zu lassen, von Flynn abzulassen".

- LEAKS: Comey gibt zu, dass er selbst Informationen über ein Gespräch mit Trump über einen Freund an die Medien geleitet hat, um so die Einsetzung eines Sonderermittlers zu erreichen.

Das sagte Trumps Anwalt Marc Kasowitz.


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