Etihad bricht Gespräche mit Tui über gemeinsamen Ferienflieger ab

Der Konzern werde die Neupositionierung der deutschen Tuifly weiter vorantreiben.

Es geht konkret um mögliche Staatshilfen für die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin.

Air Berlin will sich zunächst einmal mit staatlichen Bürgschaften absichern, um einen jähen Absturz zu verhindern. Neben Air Berlin steht dabei auch die Beteiligung an der Alitalia im Fokus. Air Berlin-Chef Thomas Winkelmann fasst jedenfalls eine erweiterte Partnerschaft mit der Lufthansa ins Auge. Euro von Air Berlin an den arabischen Hauptaktionär Etihad verkauft.

Komplizierte Verhandlungen stehen nun bevor, mutmaßlich zwischen den Landesregierungen, der Bundesregierung sowie den Managern von Etihad, Air Berlin - und Lufthansa, die im Prinzip als Retter bereitsteht. Gerade für den Flughafen Düsseldorf hängt davon viel ab. Die Lufthansa hat bereits mehrfach ihr Interesse an einer Übernahme der Airline bekundet, sofern auch kartellrechtliche Fragen geklärt werden könnten und Air Berlin zuvor entschuldet würde.

Das machte das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag klar. Kurz: Air Berlin erhofft sich Unterstützung vom Staat. Allerdings müssten dazu die Betriebskosten der Airline sinken, Etihad müsse die Schulden übernehmen und die Aufsichtsbehörden müssten zustimmen, stellte Vorstandschef Carsten Spohr klar. Ernst könnte es für die verbliebene Air-Berlin-Verwaltung werden, die zu einem guten Teil durch Personal von Eurowings ersetzt werden könnte. Offen ist vor allem, ob Etihad die 300 Millionen Euro bereits gezahlt hat und was langfristig aus Niki werden soll. Niki in Wien und Air Berlin in der deutschen Hauptstadt erklärten nach einer mehrstündigen Schrecksekunde in gleichlautenden kurz gefassten Statements, es handle sich hierbei "ausschließlich um eine Änderung der Gesellschafterstruktur". Der Druck der Billigflieger, die zu immer neuen Sonnenzielen aufbrechen, ist immens.

Nach Milliardenverlusten in den vergangenen Jahren ist die Strategie jedenfalls gescheitert. Schulden in Höhe von weit mehr als einer Milliarde Euro lasten schwer. Die meisten der rund 8000 Beschäftigten von Air Berlin würden dann aber ihren Job verlieren.

Das Scheitern der geplanten großen europäischen Ferienfluggesellschaft von Tui und Ehihad ist ein weiterer Rückschlag.

Was steckt hinter dem gescheiterten Deal?

Letzten Herbst leitete Air Berlin einen radikalen Umbau ein. Unklar ist, wie es nun bei Niki weitergehen soll. Genau aus diesem Grund prüfen die Frankfurter eine Verstärkung durch den Kauf von Air Berlin. Air Berlin betonte, mit dem Abbruch der Verhandlungen sei ausschließlich eine Änderung der Gesellschafterstruktur verbunden. Seit Wochen berichten empörte Passagiere in den sozialen Netzwerken über ihre Erfahrungen mit Air Berlin: über Verspätungen, ausfallende Flüge, überarbeitetes Personal und über technische Pannen bei der deutschen Airline.


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