Merkel ruft in Katar-Krise zu Umsicht auf - Trump macht Druck

Ganz anders sieht das US-Präsident Donald Trump. Katar sei "historisch ein Finanzier des Terrorismus auf hohem Niveau", sagte er bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus.

Saudiarabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten Anfang der Woche die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und den Flugverkehr eingestellt. "Terrorismus und Extremismus zu bekämpfen ist keine Option, sondern eine Verpflichtung".

Die widersprüchlichen Aussagen zu dem von Saudiarabien und mehreren arabischen Verbündeten verhängten Boykott bestätigen den Eindruck, dass es innerhalb der Trump-Regierung selbst bei zentralen Dossiers an interner Koordination mangelt.

Der US-Aussenminister begründete seine Forderung nach Lockerung des Embargos auch damit, dass dieses "humanitäre" Folgen habe wie etwa Nahrungsmittelknappheit oder die Trennung von Familien. Bahrain lobte die "Standfestigkeit" des US-Präsidenten.

Tillerson vertrat damit eine gegensätzliche Position zu der des Pentagon.

In der Krise zwischen den arabischen Golf-Staaten hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan dem Emirat Katar weitere Unterstützung der Türkei zugesichert.

Zugleich appellierte er an Katar, die Anliegen der anderen Länder ernst zu nehmen. Trump und Tillerson seien sich einig, erklärte der Vertreter, der nicht namentlich zitiert werden wollte. Der Präsident bleibe optimistisch, dass eine deutliche Botschaft erhört werde und dem Taten folgten. "Der Emir von Katar hat Fortschritte dabei gemacht, die finanzielle Unterstützung zu stoppen und terroristische Elemente aus dem Land zu weisen, aber er muss mehr tun, und er muss es schneller tun", sagte der US-Außenminister. "Das Problem der Terrorfinanzierung ist ein globales, kein einziges Land hat das lösen können und Katar ist nicht immun", schrieb er auf Twitter. Ausserdem würden Geschäftsaktivitäten der USA und anderer Länder in der Region erschwert.

Trump beschrieb die Blockade als direktes Ergebnis seines rigorosen Anti-Terror-Kurses. Wenig später vollzog er jedoch eine Kurskorrektur und schaltete sich als Vermittler in den Konflikt ein. Er beriet dort mit dem katarischen Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim al-Thani über die Lage. Man unterhalte Kontakte zu allen Seiten, sagte Lawrow nach Agenturberichten.


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