Theresa May erhält Regierungsauftrag von Queen Elizabeth II

Die britische Premierministerin Theresa May will ungeachtet des Wahldebakels die künftige Regierung Großbritanniens stellen. "Ich war gerade bei Ihrer Majestät der Königin und ich werde jetzt eine Regierung bilden", sagte May nach einem Besuch im Buckingham-Palast, wo sie sich formell das Einverständnis von Elizabeth II. abgeholt hatte.

Die Gespräche zum Brexit sollten eigentlich in zehn Tagen beginnen.

Nach der Parlamentswahl in Großbritannien gewinnt die nordirische Partei DUP an Einfluss.

Auch Corbyn hatte am Freitagvormittag angekündigt, in einer Minderheitsregierung das Land führen zu wollen. "Natürlich werden wir mit ihnen (den Konservativen) über ihren Wunsch sprechen, eine Regierung zu bilden", sagte Donaldson der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Ihre konservativen Tories verloren bei den vorgezogenen Unterhauswahlen am Donnerstag auf spektakuläre Weise ihre absolute Mehrheit, blieben aber stärkste Kraft. Vor zwei Jahren führte das Mehrheitswahlrecht, das in Britannien gilt, dazu, dass eine Partei mit etwas mehr als 37 Prozent ein ganzes Land regieren konnte. May will sich an den Zeitplan für den Brexit halten. Das deutete der DUP-Politiker Jeffrey Donaldson an, der sich für die Partei um einen Sitz im britischen Parlament beworben hat. Die Schottische Nationalpartei (SNP), die nach den Wahlen 2015 drittstärkste Kraft im britischen Unterhaus geworden war, verlor 21 ihrer 56 Sitze.

Die rechtspopulistische Ukip, die 2015 noch auf 12.6 Prozent gekommen war, verlor mehr als zehn Prozentpunkte und ihren einzigen Sitz im Unterhaus. Doch Theresa May will trotz der Schlappe Premierministerin bleiben. May habe Parlamentssitze, "Unterstützung und Vertrauen verloren", sagte der Labour-Chef.

Corbyn, dessen Labour-Partei im April in Umfragen noch 20 Prozentpunkte weniger als die Tories hatte, legte eine beispiellose Aufholjagd hin. Einer Nachwahlbefragung zufolge stimmten rund 60 Prozent der unter 35-Jährigen für Labour, 36 Prozent davon waren Erstwähler. Letztere sollen wie geplant am 19. Juni beginnen.

Obwohl sie zwölf Sitze verloren haben, sind Mays Konservative weiterhin stärkste Kraft.

EU-Ratspräsident Donald Tusk warnte unterdessen vor einem Brexit ohne Verhandlungen. Die komplizierten Verhandlungen müssen bis Ende März 2019 abgeschlossen sein - anderenfalls scheidet Großbritannien ohne Vertrag oder Übergangsregelung aus der Europäischen Union aus. In einem Gratulationsbrief an May drang er auf eine möglichst schnelle Aufnahme der Brexit-Verhandlungen mit möglichst geringen Auswirkungen auf Bürger und Wirtschaft.

Die Chefin der schottischen Nationalisten, Nicola Sturgeon, kündigte an, alles dafür zu tun, damit Schottland und das Vereinigte Königreich im EU-Binnenmarkt verblieben.


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