Tillerson fordert Ende der Isolation Katars

Er rückte damit von Äußerungen von Präsident Donald Trump ab, der vor einigen Tagen die Entscheidung der Golfstaaten begrüßt hatte.

Er hoffe auf eine schnelle Lösung, damit sich wieder auf den eigentlichen Gegner, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), konzentriert werde, erklärte Gabriel weiter.

Trump beschrieb die Blockade als direktes Ergebnis seines rigorosen Anti-Terror-Kurses. Er appellierte an den Golfstaat sowie andere Länder, die finanzielle Förderung von Extremisten zu beenden. Zudem erschwere sie die Operationen des US-Militärs im Nahen Osten.

In der Krise zwischen den arabischen Golf-Staaten hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan dem Emirat Katar weitere Unterstützung der Türkei zugesichert.

Die Stationierung von bis zu 3000 türkischen Soldaten und Kampfflugzeugen in Katar soll im Rahmen der im Jahr 2015 getroffenen Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich und Schulung von Polizeikräften erfolgen. "Dieses Abkommen mit Katar haben wir ja nicht heute gemacht".

Den USA gehe es dabei vor allem, um die "humanitären Folgen der Isolation". Außerdem würden Geschäftsaktivitäten der USA und anderer Länder in der Region erschwert. Ein Pentagon-Sprecher hatte unmittelbar zuvor gesagt, die Katar-Blockade habe bislang "überhaupt keine Auswirkungen" auf die US-Operationen.

Kurz nach Tillersons Auftritt schob Davis dann eine neue Erklärung zu der Blockade nach, in der er seine vorherige Einschätzung relativierte. "Die sich entwickelnde Lage behindert aber unsere Fähigkeit, langfristige Militäreinsätze zu planen".

Die Position der Trump-Regierung zu der am Montag verhängten Blockade hatte sich im Verlauf der Woche immer wieder verändert. Wenig später vollzog er jedoch eine Kurskorrektur und schaltete sich als Vermittler in den Konflikt ein.

Erdogan verteidigte das am Donnerstag vom Parlament in Ankara ratifizierte Abkommen mit Katar, auf dessen Grundlage die Türkei unter anderem seine Truppenpräsenz in dem Emirat verstärken wird. Er habe dem daraufhin - in Absprache auch mit Tillerson - zugestimmt.

Saudi-Arabien, Bahrain die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten hatten zuvor 59 Personen und zwölf Organisationen mit angeblichen Verbindungen zu Katar auf eine "Terrorliste" gesetzt. Saudi-Arabien und mehrere arabische Staaten isolieren Katar. Eine Rolle spielt allerdings wohl auch das relativ gute Verhältnis Katars zum Iran.


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