Von der Leyen verteidigt Vorgehen in Pfullendorf-Affäre

Gemeinsam werde man die Krise meistern.

Von der Leyen muss sich wegen ihrer Darstellung von Missständen in der Bundeswehrkaserne in Baden-Württemberg rechtfertigen. So wie der Chef des hessischen Reservistenverbandes Oberst Volker Stein, denken viele in der Truppe: "Wir haben das beim G36 erlebt, wo sie irgendwelche Meldungen zum Anlass genommen hatte, mitzuteilen, dass dieses Gewehr keine Zukunft hat".

"Nach Jahren des Schrumpfens darf die Bundeswehr wieder wachsen mit Personal und Material". "Ich bin zuversichtlich, dass wir miteinander auch durch diese schwierige Zeit durchkommen", sagte sie.

Die große Mehrheit der Soldaten leiste einen hervorragenden Dienst und habe ihr volles Vertrauen, betonte von der Leyen. Laut "Bild" deutet eine Untersuchung der Staatsanwaltschaft Hechingen darauf hin, dass das Ministerium wider besseres Wissen Vorwürfe gegen Soldaten aufgebauscht habe. Die Ministerin hatte von einem "Haltungsproblem" gesprochen.

Berlin (ots) - Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Wolfgang Hellmich (SPD), hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vorgeworfen, das Gremium nicht korrekt über Verfehlungen und Missstände in der Bundeswehr-Kaserne Pfullendorf informiert zu haben. Kritisch äußerte sich in der "Bild"-Zeitung auch der verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Rainer Arnold". "Um dem Standort einen Neuanfang zu ermöglichen, wurden personelle Konsequenzen gezogen". Wo das Prinzip, das die Würde des Menschen unantastbar ist, nicht mehr durchgehalten wurde, wo die innere Führung versagt hat. "Ich fühle mich als Bauernopfer".

Der frühere Pfullendorfer Standortkommandeur kritisierte von der Leyen: "Ich hätte erwartet, dass mein oberster Dienstherr sich aus Fürsorgegründen vor mich stellt". Schmidt war versetzt worden, nachdem unter anderem Berichte über entwürdigende Aufnahme-Rituale und sexuelle Nötigung in Pfullendorf öffentlich geworden waren.

Laut Presseerklärung der Hechinger Staatsanwaltschaft hätten "sorgfältige Ermittlungen" aber "keine Anhaltspunkte" ergeben, dass Lehrgangsteilnehmer bei der Kampfsanitäterausbildung Pfullendof zu sexuellen Handlungen genötigt worden seien.


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