Documenta: Flucht und Unsicherheit im Mittelpunkt

Von (heute) Mittwoch an verwandelt sich Kassel in ein Mekka der Kunstwelt. Nun folgt der Startschuss für den zweiten Teil in Kassel, der mit seinem griechischen Partner verknüpft ist: Im Museum Fridericianum ziehen für die Dauer der Documenta Werke aus der Sammlung des Athener Museums für zeitgenössische Kunst ein, das neu gebaut wurde, aber aus Geldmangel nicht öffnen kann.

Abgesehen von einzelnen Werken im öffentlichen Raum verteilt sich auch die Großausstellung, die bis 16. Juli in Athen und nach der offiziellen Eröffnung am Samstag auch bis 17. September 2017 in Kassel laufen wird, auf alle maßgeblichen Kultur- und Kunstinstitutionen der nordhessischen Stadt. Auf zwei Etagen entfaltet die documenta jene Wucht, die sich der Besucher von einer Ausstellung dieser Größe und Bedeutung erhofft. Mehr als 160 Künstler präsentieren ihre Werke an Schauplätzen in der ganzen Stadt.

Ähnlich symbolisch aufgeladen arbeitet auch das "Parthenon der Bücher" der Argentinierin Marta Minujin, das auf dem Friedrichsplatz, dem Vorplatz des Fridericianums, zum Signum dieser Documenta werden dürfte.

Daniel Knorr sieht seine Rauch-Installation auch als "Denkmal für den Frieden", wie er "Spiegel Online" sagte. Er machte erstmals Athen zum gleichberechtigten Standort neben Kassel.

Mit seinen Fahrzeugen stattet der Volkswagen-Konzern zudem das documenta-Organisationsteam sowie einzelne Künstler aus. Er zeigte damals Kunst, die von den Nationalsozialisten als "entartet" verfemt worden war. Oder die "Mühle des Blutes", die Installation des mexikanischen Künstlers Antonio Vega Macotela in der Karlsaue.

Der Besuch von Steinmeier und Pavlopoulos in Kassel fand unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt. Und der aus Polen gebürtige künstlerische Leiter der documenta 14, Adam Szymczyk, betonte seinerseits in einem kurzen Auftritt die Wichtigkeit des "Verlernens".

In Kassel erweist sich die Documenta auf den ersten Blick als interessanter, substanzieller, durchdachter. In Kassel wie auch in Athen dauert die documenta jeweils 100 Tage. Das Tagesticket kostet 22 Euro. Dann beginnt die größte und wohl wichtigste Kunstausstellung der Welt auch für die Öffentlichkeit - mit mehr als 160 Künstlern und 30 Ausstellungsorten. Der Auftakt in Athen enttäuschte, er fiel kaum anders aus als Biennalen und Manifesta-Ausstellungen, wie sie überall üblich sind.


Beliebt

VERBINDEN