Formel 1: Vettel siegt in Monaco - Hamilton Siebter

Vor dem gedanklichen Auge hatte er dabei die zumindest verdächtige Taktik der Scuderia, die Vettel vor seinem nachher wie versteinert ins Leere blickenden Teamkollegen Räikkönen den Sieg beim Klassiker gesichert hatte. Hamiltons Stallrivale Valtteri Bottas aus Finnland belegte den dritten Platz.

Dass Sebastian Vettel und nicht Kimi Räikkönen heute den Großen Preis von Monaco gewonnen hat, schiebt man bei Ferrari nicht auf Teamtaktik sondern die Umstände im Rennen.

Der leere Blick des Finnen und die bitteren Worte vor dem Feierabend zeigten, wie tief Räikkönens Enttäuschung über den verpassten Monaco-Sieg saß. Denn der Ferrari-Gegenspieler Lewis Hamilton hatte im Qualifying mit der Fahrzeugabstimmung seines Silberpfeils gehadert und war nur von der 13. Für den 29-Jährigen war es der 45. Formel-1-Sieg und der zweite in Monaco nach 2011 (im Red Bull). Bei der Prozession durch die engen Gassen des Fürstentums fuhr Ferrari ein einsames Rennen. Oh, das könnte ein Fehler gewesen sein, denn das Rennen in Monaco hatte es in sich. Das Team hat einen fantastischen Job gemacht. "Ein tolles Wochenende für Ferrari".

Vettels Hoffnung beim Start, von Position zwei aus Räikkönen zu überholen, waren nach gut 200 Metern dahin. Dass der Brite am Ende Platz 7 erreichte, war seiner starken fahrerischen Leistung, dem mit 47 Runden längsten Stint auf den gleichen Reifen und der hervorragenden Mercedes-Strategie zu verdanken. "Ich habe mit den alten Reifen wirklich alles gegeben, das war der Schlüsselmoment". Ich habe gewusst, wenn es eine Chance zu gewinnen gibt, dann nach diesem Stopp. "Nein, das möchte ich nicht", hatte der Deutsche noch vor dem Rennen schroff auf eine entsprechende Frage geantwortet. Vom zuletzt oft zitierten "freien Spiel der Kräfte" hält man bei der "Scuderia" offenbar nichts, stattdessen setzt man auf Stallorder "light": Räikkönen, nach souveränem Qualifying erstmals seit 2008 wieder auf der Poleposition, wurde als Führender deutlich früher als Vettel an die Box geholt. "Wir konnten nicht viel planen".

"Nur ein kleiner Teil ist hier an der Strecke, aber ich denke an jeden anderen in der Fabrik in Maranello". Vettel tat das, was er am besten kann und tun musste: Er gab Gummi. 24 Stunden später haben wir Ricciardo verstanden. Nun kommt auch Sebastian Vettel von der Führung in die Box! "Ich bin absolut glücklich", freute sich der Australier.

Er war durch eine Berührung der Räder mit dem McLaren-Honda von Ein-Rennen-Rückkehrer Jenson Button ausgehoben worden. Innerhalb von drei Sekunden distanzierte er Räikkönen um über vier Sekunden, bis zur Safety-Car-Phase 17 Runden vor Schluss waren es über 12, und auch danach zog er dem internen Widersacher sofort wieder davon. "Ja, ich spüre was". Das rote Auto ist eine Macht in der Formel 1. Mercedes bekommt seine Probleme nicht in den Griff - und der Teamrivale des Heppenheimers wird zum Helfer degradiert. "Es ist ziemlich ärgerlich".


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