Katar- Krise - Liste von "Terroristen" vorgelegt

Das Abkommen sehe auch gemeinsame Übungen der Streitkräfte beider Länder vor. Um wie viele Soldaten die dortigen Truppen nun verstärkt werden sollen, blieb zunächst unklar.

Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani hatte zu den ersten Staats- und Regierungschefs gehört, die Erdogan nach dem Putschversuch in der Türkei im Juli 2016 anriefen und ihm Unterstützung zusicherten. 59 Personen und 12 Organisationen mit angeblichen Verbindungen zu Katar wurden auf eine "Terrorliste" gesetzt.

Doch warum schlägt sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan so klar auf die Seite Katars? Saudiarabien und mehrere arabische Staaten isolieren Katar. Zudem verboten die Emirate sämtlichen Öltankern auf dem Weg von oder nach Katar die Einfahrt in ihre Häfen.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Bahrain erklärten, die Liste zeige, dass Katar "einerseits ankündigt, Terrorismus zu bekämpfen und andererseits verschiedene Terrororganisationen unterstützt und beherbergt". Doha habe "bis zu eine Milliarde Dollar" Lösegeld an eine mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verbündete "Terrorgruppe" bezahlt, die im Irak Mitglieder der katarischen Königsfamilie entführte habe, sagte Ägyptens Vize-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ihab Mustafa.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) setzten am Donnerstag sämtliche Flugverbindungen mit Katar aus, wie die nationale Luftfahrtbehörde mitteilte. Die Regierung des Landes suchte den Dialog, um die Krise beizulegen.

US-Präsident Donald Trump sendete in den vergangenen Tagen widersprüchliche Signale an die Konfliktparteien. Begründet wurde das Vorgehen mit Katars Verbindungen zu "Terrororganisationen" sowie seiner freundschaftlichen Beziehungen zum Iran, die besonders Riad verärgern. Trump habe ein Treffen im Weißen Haus angeregt, um die Krise zu lösen. "Vor allem habe ich eine Bitte an die saudische Führung: Ihr seid die Größten am Golf, die Stärksten", sagte Erdogan am Freitagabend bei einer Ansprache zum Fastenbrechen in Istanbul.

Katars Aussenminister Scheich Mohammed Bin Abdulrahman al-Thani sagte CNN, das FBI habe den Hackerangriff und die "Fake-News"-Geschichte bestätigt".

Russische Hacker waren Medienberichten zufolge in den Verdacht der Angriffe auf die staatliche Nachrichtenagentur von Katar geraten. Durch die Attacke sollen Falschmeldungen mit iranfreundlichem Inhalt verbreitet worden sein, die mit als Ursache der jüngsten Krise gelten.

Ägypten verlangte am Donnerstag Ermittlungen des Sicherheitsrats gegen Katar. Wer dahintersteckt, wurde nicht bekannt. Die Ratingagentur Moody's warnte vor negativen Auswirkungen auf die Liquidität der Banken sowie die Bonität des gesamten Landes, hielt aber am bisherigen Rating fest. Die Preise für Kreditausfallversicherungen gegen eine Staatspleite zogen an, Staatsanleihen aus Katar gerieten unter Druck.


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