May unter Druck - Berater zurückgetreten

Der beiden Stabschef von Theresa Mays, Nick Timothy und Fiona Hill treten zurück.

Die Stabschefs Timothy und Hill legten ihre Ämter nieder.

Nach der Wahlschlappe der Tories bei der Parlamentswahl in Großbritannien haben zwei langjährige Vertraute von Premierministerin Theresa May den Hut genommen. Stattdessen verloren ihre Konservativen die absolute Mehrheit im Unterhaus und sind nun auf die Zusammenarbeit mit einer kleineren Partei angewiesen.

Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit bei der Parlamentswahl ist die politische Zukunft von Premierministerin Theresa May ungewiss.

Öffentlich wollten sich führende konservative Politiker nicht auf die Zukunft Mays festlegen lassen. Insbesondere Timothy gilt als verantwortlich für einen der grössten Missgriffe im Wahlkampf: Den Plan für eine Reform der Pflege-Finanzierung, die als "Demenzsteuer" gebrandmarkt wurde und die Premierministerin zu einer politischen Kehrtwende mitten im Wahlkampf zwang. Neben Außenminister Boris Johnson und Brexit-Minister David Davis sollen auch Finanzminister Philip Hammond, Verteidigungsminister Michael Fallon und Innenministerin Amber Rudd ihre Posten behalten. Ein Sturz der Regierungschefin solle jedoch erst frühestens in sechs Monaten herbeigeführt werden, da sonst Labour-Chef Jeremy Corbyn an die Macht kommen könnte.

Die Rücktritte ihrer Topberater dürften kaum den Druck von May nehmen, eher im Gegenteil. Es sei unmöglich zu sagen, ob sie Ende des Jahres noch Regierungschefin sein werde, sagte etwa der Abgeordnete David Jones dem Sender BBC. Sein Kollege Owen Paterson sagte, man "muss sehen, wie es läuft". Bislang ist offen, was der künftige Partner der Tories im Parlament für seine Unterstützung fordert.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Konservativen, Gavin Williamson, führte am Samstag in Belfast Gespräche mit der umstrittenen Democratic Unionist Party (DUP). Nordirland befürchtet wirtschaftliche Nachteile und ein Wiederaufflammen des Konflikts zwischen pro-irischen Republikanern und pro-britischen Unionisten.

Auf Kritik stieß auch Mays Entscheidung, fünf wichtige Mitglieder ihres bisherigen Kabinetts im Amt zu belassen. Die Zeit drängt, weil am 19. Juni die Verhandlungen mit Brüssel über einen EU-Austritt des Landes beginnen sollen.

Sowohl die Opposition als auch Abgeordnete aus Mays konservativer Tory-Partei verwiesen unter anderem auf Vorbehalte der DUP gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, gegen Abtreibung und Klimaschutz.


Beliebt

VERBINDEN