Antisemitismus-Film: Arte weist Kritik von Zentralrat zurück

Der nur wenigen Menschen gezeigte Film ist zum Politikum geworden. Die Münchner Autoren Joachim Schröder und Sophie Hafner von der Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft "Preview "zeigen in der Dokumentation den alltäglichen Judenhass unter anderem in Deutschland und Frankreich, im Gazastreifen und im Westjordanland".

Lesen Sie 6 Monate die digitalen Ausgaben von F.A.Z. Dem epd teilte Arte mit, der produzierte Film entspreche nicht dem geplanten Projekt: "Vereinbart war ein von zwei Koautoren erstelltes Panorama des Antisemitismus heute in Europa". Es sei der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, "hier für Aufklärung und Entlastung zu sorgen".

Von der Existenz dieses Films erfuhr die Öffentlichkeit gleich zusammen mit einem klaren Urteil. Zuletzt hatte sich auch der Zentralrat der Juden in Deutschland in die Angelegenheit eingeschaltet und von Arte eine Freigabe der Dokumentation gefordert. In der Debatte um die Entscheidung würden die formalen Gründe, die zu der Ablehnungsentscheidung geführt haben, verächtlich gemacht.

Seitdem kamen Forderungen auf, dass der WDR nun den Film stattdessen in seinem Programm veröffentlichen solle. Damit seien "Grundsatz- bis hin zu Vertrauensfragen berührt" gewesen.

Der Fernsehsender Arte hatte die Ausstrahlung abgelehnt. Zudem habe man den Film "einer erneuten Sichtung unterzogen" und habe "handwerkliche Bedenken". So enthalte der Film zahlreiche Ungenauigkeiten und Tatsachenbehauptungen, bei denen die Beleglage zunächst nachvollzogen werden müsse.

Beispielsweise wird ohne Quellenangabe angeführt, dass "seriösen Schätzungen zufolge EU, europäische Regierungen, europäische Kirchen sowie von der EU mitfinanzierte UN-Organisationen jährlich 100 Millionen Euro Steuergelder an politische NGOs" überweisen, die "überwiegend israelfeindliche Kampagnen betreiben".

Wir bedauern, dass die redaktionelle Abnahme im WDR offenbar nicht den üblichen in unserem Haus geltenden Standards genügte. Sollten die Behauptungen und Informationen in der Doku sauber belegt werden können, habe man aber "selbstverständlich großes Interesse, die Dokumentation zu veröffentlichen", heißt es in einer Stellungnahme. Hier geht's zum Test. Und Schnelligkeit scheint doch auch gefragt zu sein, zumindest wenn man dem Filmemacher Jochen Schroeder glaubt. Vor allem gehe es nicht, wie ursprünglich vorgesehen, um Antisemitismus in europäischen Ländern, sondern der Film konzentriere sich hauptsächlich auf den Nahen Osten und die israelisch-palästinensischen Beziehungen.


Beliebt

VERBINDEN