Fußball: R. Carlos kündigte juristische Schritte nach ARD-Bericht an

Roberto Carlos zeigt sich keiner Schuld bewusst.

In besagtem Dossier wird unter anderem auch der ehemalige brasilianische Spitzenfußballer und Weltmeister Roberto Carlos belastet, der seinerseits wiederum Verbindungen zu dem Arzt Alves sowie jegliche Dopingvorwürfe zurückgewiesen hat - allerdings erst nach der Ausstrahlung der ARD-Doku. Der frühere Seleção-Star wies die Vorwürfe energisch zurück und drohte mit der Einschaltung von Anwälten. Denn nicht nur der Fußball ist von den Dopingvorwürfen betroffen. Der Bericht zitiert dabei auch eine Person, die selbst Patient bei Alves war, und die gegenüber der Anti-Doping-Agentur als Zeuge ausgesagt hatte, im Juli 2002 Roberto Carlos in der Praxis von Alves gesehen zu haben. Alves ist ein brasilianischer Arzt, den Hajo Seppelt und seine Kollegen Florian Riesewieck und Thilo Neumann für ihren Film mit verdeckter Kamera getroffen haben: "Und dabei hat er sich um Kopf und Kragen geredet", berichtete Hajo Seppelt in der Sendung Sport am Sonntag.

Der 44-Jährige hatte jedoch zuvor von den für die Produktion der Folge "Brasiliens schmutziges Spiel" aus der ARD-Reihe Geheimsache Doping zuständigen Journalisten mehrfach die Chance erhalten, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, aber alle Anfragen unbeantwortet gelassen. Gegenüber einem als Fußballmanager aus Europa getarnten Reporter ging der Arzt sogar noch weiter und bestätigte: "Roberto Carlos war bei mir in Behandlung. Ich habe seine Oberschenkel entwickelt". Das Dossier, in dem der Name von Roberto Carlos stehen soll, stamme bereits aus dem Jahr 2015 und soll auch der Staatsanwaltschaft in São Paulo vorliegen.

Alves behauptet unterdessen weiter, dass er bis heute mit vielen Topsportlern zusammenarbeite, darunter immer wieder Profifußballer aus Brasilien und dem Ausland. Er habe auch von dem Sender eingesetzten Lockvögeln hochwirksame und gesundheitsgefährdende Hormonpräparate verkauft, die auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur stehen, so der Bericht.

Anfragen zu einer möglichen Zusammenarbeit von Spielern der brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft mit dem verdächtigen Arzt ließ der nationale Fußballverband CBF unbeantwortet. So behauptete er im brasilianischen Fernsehen, Olympia-Athleten mit Dopingsubstanzen zu behandeln. Zudem seien zwei Fußballer aus der Seleção im Vorfeld der Heim-WM 2014 bei ihm in Behandlung gewesen. Die WADA hatte bestätigt, dass im größten Land Südamerikas im Vorfeld der Spiele bei "führenden Athleten" keine Dopingtests mehr vorgenommen worden seien - auch auf Druck staatlicher Stellen.


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