Iran baut Luftbrücke für Lebensmittel nach Katar

Bildlegende: Katar ist für die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung auf Importe angewiesen. Die in dem Emirat lebenden Staatsbürger aus Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten werden vorerst nicht ausgewiesen.

Die fünf Maschinen hatten 90 Tonnen frische Nahrungsmittel, hauptsächlich Obst und Gemüse geladen, wie ein Sprecher der staatlichen Fluggesellschaft Iran Air der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. In den nächsten Tagen sollen auch Schiffe Lebensmittel aus iranischen Häfen nach Katar bringen. Wenn Katar darum bitte, werde es weitere Lieferungen geben, sagte der Sprecher der Fluggesellschaft. Ob es sich um normale Exporte oder Hilfslieferungen handelt, ist unklar. Vize-Stabschef Maid Aboutalebi twitterte, er sei verwundert, wie politisch "zerbrechlich die arabischen Staaten sein müssen, wenn ein kleines Emirat wie Katar für sie zu einer strategischen Gefahr wird".

Die Regierung in Doha kündigte ihrerseits an, sie werde "keine Maßnahmen" gegen Bewohner des Emirats mit den Staatsangehörigkeiten der Länder ergreifen, die im Zuge einer "feindlichen und tendenziösen Kampagne" ihre Beziehungen zu Katar abgebrochen hätten.

Unterdessen erklärte Katar, dass es zum Dialog mit Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten bereit sei.

Die vier Staaten, die Katar zu isolieren versuchen, hatten Bürger Katars, die sich in ihren Ländern aufhielten, zur Ausreise innerhalb von zwei Wochen angewiesen. Trump hatte dagegen seine Unterstützung für das saudiarabische Vorgehen bekräftigt.

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel warnt vor der Krise zwischen Katar und seinen Nachbarländern. "Es besteht die Gefahr, dass aus dieser Auseinandersetzung ein Krieg werden könnte", sagte Gabriel der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Dabei kamen aus den USA widersprüchliche Signale zur Krise um Katar. Eine Rolle spielt auch das relativ gute Verhältnis Katars zum schiitischen Iran. Das sagte der Außenminister von Kuwait, Scheich Sabah al-Chaled al-Sabah, dessen Land in der Krise vermittelt. Die Härte des Umgangs zwischen Brudernationen und Nachbarstaaten nannte er "dramatisch". Im Jemen kämpfen die schiitischen Huthi gegen ein von Saudi-Arabien angeführtes Bündnis - bis zu dieser Woche waren darunter auch Soldaten aus Katar.

Tillerson hatte Saudi-Arabien und seine Verbündeten dazu aufgerufen, die Blockade zu lockern. Auch die Türkei unterstützt den Katar. Der Präsident des Fußballverbands Fifa, Gianni Infantino, zeigte sich am Sonntag zuversichtlich, "dass sich die Lage in der Region normalisiert". "Die Aufgabe der FIFA bleibt aber in erster Linie die Pflege des Fußballs und nicht die Einmischung in geopolitische Fragen".


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