Schriftstellerin Margaret Atwood erhält Friedenspreis

Zuletzt erhielten die deutsche Journalistin Carolin Emcke (2016), der Schriftsteller Navid Kermani (2015), der US-amerikanische Informatiker Jaron Lanier (2014) und die weißrussische Autorin Swetlana Alexijewitsch (2013) den Friedenspreis.

Frankfurt/Berlin Margaret Atwood wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt.

Atwood bearbeitet in ihren Werken gesellschaftliche und politische Fragen. Die 77-jährige kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin zeige in ihren Romanen und Sachbüchern "immer wieder ihr politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen", heißt es in der Begründung der Jury.

Indem sie menschliche Widersprüchlichkeiten genau beobachte, zeige die Autorin, wie leicht vermeintliche Normalität ins Unmenschliche kippen könne. Ihr Werk besteht aus Romanen, Kurzgeschichten, Essays, Lyrik, Theaterstücken, Drehbüchern und Kinderbüchern. Humanität, Gerechtigkeitsstreben und Toleranz prägen die Haltung Margaret Atwoods, die mit wachem Bewusstsein und tiefer Menschenkenntnis auf die Welt blickt und ihre Analysen und Sorgen für uns so sprachgewaltig wie literarisch eindringlich formuliert. Darin beschreibt sie in der Tradition George Orwells eine totalitäre Gesellschaft, in der Frauen als Gebärmaschinen benutzt und unterdrückt werden. "Schulden und die Schattenseiten des Wohlstands" (2008) beschäftigt. Kürzlich erschien von Atwood "Das Herz kommt zuletzt" im Berlin Verlag. 2017). Ende 2017 wird der Essayband "Aus Neugier und Leidenschaft" veröffentlicht, in dem der schriftstellerische Kosmos von Margaret Atwood mit Rezensionen, Reisebereichten, Schriften zu ökologischen Themen und Erzählungen vorgestellt wird. Gemeinsam mit Salman Rushdie führt Atwood seit Mai dieses Jahr eine Kampagne des Schriftstellerverbands PEN International an, die verfolgten und von Zensur bedrohten Autoren größere Aufmerksamkeit geben will. Er geht dem Statut zufolge an Persönlichkeiten, "die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen" haben. Der Preis wird traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse im Oktober verliehen. Mit dem Preis ehrt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 1950 Schriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland.


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