Katar will Kühe einfliegen lassen

Die Regierung in Riad und weitere arabische Länder hatten in der vergangenen Woche die Verbindungen zu Katar gekappt. Die Bundesregierung will zwar nicht als Vermittlerin agieren, mahnt aber zur Besonnenheit. Bahrain lobte die "Standfestigkeit" des US-Präsidenten. Genannt werden auch der in Doha ansässige einflussreiche Geistliche Jusuf al-Karadawi, der der Muslimbruderschaft nahesteht, sowie von Katar finanzierte Wohltätigkeitsorganisationen. Damit die Katarer jedoch auch bei einem weiteren Andauern der Blockade künftig stets frische Milch im Kühlschrank haben, greift ein Geschäftsmann in dem Emirat nun zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Er fliegt 4000 Kühe aus Australien und den USA ein. "Dennoch bin ich überzeugt und optimistisch, dass sich die Lage in der Region wieder entspannen wird", sagte der Chef des Fußball-Weltverbandes der Zeitung "Le Matin Dimanche". Eine politische Lösung werde nicht gelingen, "wenn bestimmte Akteure dort überhaupt nicht mehr ins Gespräch einbezogen werden".

Die vier Staaten begründeten den Schritt mit ihrer "Entschlossenheit, den Terrorismus zu bekämpfen, seine Finanzierungsquellen auszutrocknen und extremistische Ideologien zu bekämpfen". Damit müsse Schluss sein. "Der Emir von Katar hat Fortschritte dabei gemacht, die finanzielle Unterstützung zu stoppen und terroristische Elemente aus dem Land zu weisen, aber er muss mehr tun, und er muss es schneller tun", sagte der US-Außenminister. Schon jetzt habe die Blockade humanitäre Konsequenzen, etwa was die Versorgung mit Lebensmitteln angehe.

Zugleich appellierte er an Katar, die Anliegen der anderen Länder ernst zu nehmen. Außenminister Gabriel spricht von dramatischer Härte zwischen den Konfliktparteien.

Gabriel lobte im Gespräch mit der "FAS" den amerikanischen Außenminister. Mehrere arabische Staaten haben Sanktionen in nahezu allen Bereichen verhängt und das Land praktisch isoliert. "Für jedes kleine Land, vor allem ein kleines Land am Golf, das von viel größeren und potenziell expandierenden Mächten umgeben ist, sind internationale Partnerschaften ein Schlüssel für die äußere Sicherheit", erklärt er.

Erdogan: "Saudi-Arabien müsse die Brüder am Golf wieder vereinen und die diplomatische Krise beilegen".

Doch von einer engen Partnerschaft kann keine Rede sein, dafür sind die Interessen oft viel zu unterschiedlich, teilweise gegensätzlich. "Mit Anschuldigungen kommt man nicht weiter", fügte Erdogan hinzu.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu traf sich am Montag in Ankara mit den Botschaftern von Saudi Arabien, Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain, um eine Lösung im Konflikt zu finden, berichtet die staatliche Agentur Anadolu.

Saudi-Arabien wirft den Nachbarn in Katar vor, islamistische Extremisten zu unterstützen.

Die USA zeigen sich nach der Isolation Katars uneins. Bereits zuvor hatten sie alle diplomatischen Kontakte abgebrochen und den Luftverkehr mit dem Emirat gestoppt. Zudem schlossen die Nachbarländer die Grenzen.


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