CDU-Vize Klöckner ehrt Kohl als "großen Europäer"

Nach dem Tod des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl wird in der internationalen Presse insbesondere Kohls Verdienst um die deutsche Wiedervereinigung hervorgehoben.

Kritisch äußerte sich die Linke über Kohl: Landeschef Andreas Höppner sagte, Kohls Versprechen der blühenden Landschaften habe Hoffnungen geschürt, die enttäuscht worden seien. Dort wird sie am Samstag von Papst Franziskus im Vatikan empfangen.

Der Vorsitzende der hessischen Grünen, Kai Klose, verband auf Twitter seine Würdigung Kohls mit angedeuteter Kritik.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den verstorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl gewürdigt.

Wir trauern um einen großen Staatsmann - sein Werk wird Bestand haben. Sie wird die eigentliche posthume Pointe des Wirkens des Kanzlers aus Oggersheim, selbst wenn Angela Merkel länger regieren sollte als Helmut Kohl. "Wir werden ihm das nie vergessen". Er lebt darin weiter, dass 500 Millionen Europäer in Frieden und Freiheit miteinander leben, zwar in unterschiedlich verteiltem Wohlstand, aber doch reicher als jede Zivilisation der Weltgeschichte. "Dass Kohl 1998 die Wahl verlor, beruht auf den typischen Fehlern eines Mannes, der sich für unschlagbar hielt, zu keinen Reformen mehr aufraffte und es verpasste, einem Jüngeren Platz zu machen".

UN-Generalsekretär António Guterres hat sich "sehr traurig" über den Tod von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl gezeigt.

Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz würdigte Kohl als "großen Europäer" und "großen Staatsmann". Helmut Kohl hatte die Berichte als absurd zurückgewiesen. Am Freitag starb Helmut Kohl im Alter von 87 Jahren.

"Nur drei Menschen, Jean Monnet, Jacques Delors und Helmut Kohl haben für ihre Verdienste für die europäische Zusammenarbeit die Ehrenbürgerschaft Europas erhalten", teilte der frühere luxemburgische Ministerpräsident Juncker mit. Sein Tod ist ein großer Verlust.

Bei einem Besuch in Halle am 10. Mai 1991 wurde Helmut Kohl mit Eiern beworfen. "Er ist der Mann, den ich als einen der größten politischen Führungsfiguren im Nachkriegseuropa ansehe", heißt es in einem Statement von Bush, das sein Büro am Freitag verbreitete.

SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel würdigte den Altkanzler als großen Europäer, der die historische Chance zur Einheit ergriffen habe.

Kohl habe Krieg gehasst, "aber Totalitarismus verabscheute er sogar noch mehr", sagte Bush. Bundespräsident Alexander Van der Bellen erinnere daran, dass Kohl mit Mitterrand auf dem Schlachtfeld von Verdun "Hand in Hand" der Kriegstoten gedachte und "die Einführung des Euro in Deutschland durchsetzte".

Zum 75. Geburtstag 2005, der mit einem Festakt im Deutschen Historischen Museum in Berlin mit prominenten politischen Weggefährten aus dem In- und Ausland gefeiert wurde, war er wieder voll da.

© dpa Auch die deutsche Nationalflagge auf dem Reichstag in Berlin weht auf halbmast. "Es ist offensichtlich, welche historische Rolle Herr Kohl bei der Wiedervereinigung von Deutschland nur ein Jahr nach dem Fall der Berliner Mauer gespielt hat und beim historischen Weg, auf den er Deutschland gebracht hat, indem er es so gut durch die Wiedervereinigung geführt hat". "Bei unseren Bestrebungen war Helmut ein Fels - standhaft und stark". Kohl habe die deutsch-französische Freundschaft zu einem Friedensprojekt und schließlich zu einem "Motor für ein geeintes Europa" gemacht. "Das ist richtig und gerecht", erklärte Gorbatschow am Freitagabend.

Lächerlich war es, dass der eine Parteispendengünstling, Helmut Kohl, seinen Ehrenvorsitz über die CDU verlor, während der andere, Wolfgang Schäuble, noch eine ganze Weile CDU-Vorsitzender blieb und heute der hoch geachtete Finanzminister ist, der dem deutschen Parlament kein Mitspracherecht über die weitere Finanzierung Griechenlands einräumen möchte.


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