Lettin Ostapenko gewinnt French Open

Die Weltranglisten-47. gewann im Endspiel der French Open 4:6, 6:4, 6:3 gegen Simona Halep aus Rumänien. Durch die 20-jährige Ostapenko, die die Schweizerin Timea Bacsinzsky bezwang, ist Lettland erstmals in einem Grand-Slam-Finale vertreten.

Nach 1:59 Stunden verwandelte Ostapenko auf dem Court Philippe Chatrier ihren ersten Matchball und nahm wenig später freudestrahlend den Pokal in Empfang.

Ostapenko gelangen im Halbfinale 50 direkte Gewinnschläge. Die Amerikanerin Chris Evert überschlug sich in ihrer Begeisterung über die junge Lettin und deren Bereitschaft zum Risiko.

In ihrer lettischen Heimat wurde der überraschende Erfolg überschwänglich bejubelt. Doch was ist schon normal bei Ostapenko, dieser verwegenen Newcomerin? Jetzt wartet Simona Halep.

In den knapp zwei Turnierwochen bis zum Finale hat Ostapenko fast soviel verdient wie in ihrer bisherigen Karriere - rund 1,1 Millionen Dollar.

Jelena Ostapenko schlug 54 Winner. Jelena Ostapenko posierte beim offiziellen Fototermin im Stade Roland Garros ganz schick im kurzen Schwarzen und in High Heels. Dank eines Kantenballs, der vom Netz auf die Seite Haleps fiel, ging Ostapenko 4:3 in Führung und brachte ihren Vorsprung ins Ziel. Zwei Tage nach dem 20. Geburtstag triumphierte sie in Paris als erste ungesetzte Spielerin der Profi-Ära. Auch Regierungschef Maris Kucinskis gratulierte zum "fantastischen Sieg" in Paris.

Ostapenko, der als erster Lettin überhaupt ein Major-Coup glückte, begeisterte die Zuschauer erneut mit ihrem riskanten Spiel. Die 32-Jährige verlor am Donnerstag in Paris das Finale mit ihrem kolumbianischen Tennis-Partner Robert Farah gegen die Kanadierin Gabriela Dabrowski und den Inder Rohan Bopanna mit 6:2, 2:6, 10:12.

Schön aus deutscher Sicht: Durch den Erfolg von Ostapenko bleibt Angelique Kerber (29) die Nummer eins der Welt. Der Brasilianer hatte seinen ersten von drei Paris-Triumphen ausgerechnet am 8. Juni 1997 gefeiert - an Ostapenkos Geburtstag.

Vor allem liess sie sich nie von ihrem Weg abbringen. Auch im zweiten Satz und nach den Unterbrechungen wirkte die Französin irgendwie gehemmt. "Genieß' es wie ein Kind", sagte Halep ihrer Kontrahentin, die nach dem Verlust des ersten Satzes auch im zweiten Durchgang mit 0:3 in Rückstand gelegen hatte. Beim Stand von 4:3 ermöglichte sie allerdings ihrer Kontrahentin durch einige vermeidbare Fehler das insgesamt neunte Break zum 4:4.


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