London: Fahrzeug fährt in Menschenmenge - Mindestens ein Toter

"Wir nehmen jede Art von Hasskriminalität sehr ernst", sagte die Londoner Polizeichefin weiter.

Bei der Fahrt eines Vans in mehrere Fußgänger im Norden von London ist der Polizei zufolge ein Mensch getötet. Viele Fragen sind noch offen.

Britischen Medien zufolge gibt es zehn Verletzte - acht von ihnen mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden - und ein Todesopfer.

Die Polizei hatte nach eigenen Angaben gegen 0.20 Uhr (Ortszeit, 1.20 Uhr) die ersten Notrufe erhalten. Nach Angaben der Regierung wurde der Lastwagen bei einer Firma in Wales ausgeliehen.

Die Mittäter: Vermutlich gibt es keine - darauf weisen nach Angaben der Premierministerin Theresa May jedenfalls die ersten Ermittlungen der Polizei hin. Ein 19-Jähriger beschrieb das Unfallfahrzeug als "weißen Lieferwagen mit drei Männern an Bord". Der Rettungsdienst und die Feuerwehr teilten jeweils mit, dass sie starke Kräfte zu dem Ort geschickt haben.

Die Täter: Bislang ist nur der 48-jährige Fahrer des Lieferwagens festgenommen worden. Er sei danach ins Krankenhaus gebracht worden, teilten die Ermittler am Montagmorgen mit.

Augenzeugen zufolge soll der Fahrer eines Lieferwagens eine Gruppe von Muslimen gerammt haben, die vom Gebet gekommen seien. Mohammed Mahmoud "hielt ihn mit zwei oder drei anderen in Schach und übergab ihn der Polizei, als sie kam", sagte Toufik Kacimi, der Leiter des Gebetshauses, der Nachrichtenagentur PA. Dem Nachrichtensender Sky News Kacimi, der Imam habe dem Mann "quasi sein Leben" gerettet.

Mit einem Lieferwagen hat ein Mann in London zehn Mitglieder einer muslimischen Gemeinde verletzt. Der Vorfall ereignete sich in der Seven Sisters Road nahe des Bahnhofes Finsbury Park und unmittelbar vor einer Moschee, die nach Mitternacht laut Augenzeugenberichten wegen des Ramadan noch gut besucht gewesen sein soll. Die neue Moschee-Leitung distanzierte sich vor Jahren von der radikalen Ideologie.

Beim Terror-Prozess in den USA sagte Staatsanwalt Edward Kim in seinem Eröffnungsplädoyer, der Angeklagte sei ein "globaler Exporteur von Gewalt" gewesen und habe seine Religion als "Deckmantel" benutzt.

Nachdem Al-Masri im Februar 2006 wegen Aufrufs zu Rassenhass und Mordanschlägen in Großbritannien verurteilt wurde, wurde er nach Verbüßen einer mehrjährigen Haftstrafe an die USA ausgeliefert, wo er 2014 unter anderem wegen der Beteiligung an einer Geiselnahme im Jemen und der Errichtung eines Terrorcamps auf US-Boden zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Die Moschee wurde schließlich geschlossen und neu organisiert. Seine "Gedanken und Gebete" seien bei allen Betroffenen. Die genauen Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar. Dabei soll es sich vornehmlich um Muslime handeln, die zuvor eine Moschee besucht hatten. Von den Augenzeugen-Berichten her könnte der Täter von Islamhass motiviert gewesen sein, schrieb etwa der Rat der Muslime - noch bewusst vorsichtig - auf Twitter. Die Polizei behandelt die Tat als Terrorakt, Terrorspezialisten ermitteln.


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