Minivan rast vor Moschee in Menschenmenge

GROSSBRITANNIEN ⋅ Ein Fahrzeug hat in London in der Nacht auf Montag mehrere Fussgänger erfasst und verletzt.

Neuen Angaben zufolge wurden zehn weitere Menschen verletzt. Die Polizei bestätigte zudem eine Festnahme. Der 48 Jahre alte Fahrer des Transporters wurde festgenommen. Wütende Menschen hätten einen Mann umringt, der möglicherweise der Lenker des Fahrzeugs ist.

Ist der Täter psychisch krank?

Die Polizei konnte den 48-jährigen Fahrer festnehmen. Die Polizei behandelt die Tat als Terrorakt, Terrorspezialisten ermitteln. Ob ein Mann als Folge des Angriffs umkam, war nach Angaben der Polizei zunächst unklar - er bekam demnach schon vorher Erste Hilfe. Der Stadtteil Finsbury Park liegt im Nordosten der britischen Hauptstadt. Die Einsatzkräfte wurden daraufhin zum Ort des Geschehens in der Seven Sisters Road geschickt, mehrere Opfer würden dort versorgt.

Die Londoner Polizei sprach in einer Erklärung zunächst von einem "schweren Zwischenfall".

London - Die Londoner Polizei hat bislang keine Hinweise auf weitere Verdächtige im Zusammenhang mit dem Zwischenfall nahe einer Moschee im Norden der britischen Hauptstadt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, es spreche einiges dafür, dass es eine "Tat aus blindem Hass" sei. Sie verurteilte den "widerwärtigen Angriff auf Muslime nahe ihrer Anbetungsstätte".

Nahe einer Moschee ist ein Fahrzeug in eine Gruppe von Menschen gefahren.

Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des Britischen Rats der Muslime vor einem muslimischen Gemeinschaftshaus in der Nähe der North London Central Moschee. Der Britische Rat der Muslime teilte auf Twitter mit, er sei darüber informiert worden, dass ein Minivan Gläubige überfahren habe, als diese gerade die Finsbury-Park-Moschee verließen. "Von den Augenzeugenberichten her scheint es, als ob der Täter von Islamhass motiviert gewesen wäre", schrieb der Rat am frühen Montagmorgen auf Twitter. Sie teilte am in der Früh mit: "All meine Gedanken sind mit jenen, die verletzt wurden, mit deren Angehörigen und mit den Rettungskräften am Unglücksort".

Auch Oppositionsführer Jeremy Corbyn zeigte sich nach dem Vorfall "völlig schockiert".

Ex-Premierminister David Cameron nannte die Tat auf Twitter eine "entsetzliche terroristische Attacke auf friedlich betende Muslime". "Wir alle müssen gegen solches Böse zusammenstehen". Es bietet Muslimen nicht nur Raum für gemeinsame Gebete, sondern auch Sport- und Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche sowie Nothilfe für Frauen und Kinder, die etwa Opfer häuslicher Gewalt werden. Mehrere Medien zitierten Augenzeugen, die dies bejahten. Am 22. März war ein Mann mit einem Auto auf der Westminster Bridge in eine Menschenmenge gefahren, bevor er einen vor dem Parlament stationierten Polizisten mit einem Messer tötete. "Das ist eine Terrorattacke". Rettungskräfte seien sofort zum Ort des Geschehens geschickt worden. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einem "schrecklichen Terroranschlag".

In London war in der Nacht ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast. Seit mehr als zehn Jahren gab es keine Verbindungen mehr zu radikalem Gedankengut.

Ein Augenzeuge sagte dem Nachrichtensender CNN, sein Eindruck sei, dass der Fahrer die Muslime gezielt ins Visier genommen habe.


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