USA wollen diplomatische Spannungen in Golfregion entschärfen

US-Aussenminister Rex Tillerson rief die Streithähne am Golf auf, ihre Differenzen durch Dialog beizulegen, und spielte die Folgen für die internationale Allianz gegen den "Islamischen Staat" herunter. Damit ist der Gastgeber der Fußball-WM 2022 isoliert. Katar wurde aus der saudisch geführten Militärkoalition im Jemen ausgeschlossen.

Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar überraschend abgebrochen. Sie forderten Bürger Katars auf, in spätestens 14 Tagen auszureisen. Die Führung in Doha wies die Anschuldigungen als "ungerechtfertigt" und "aus der Luft gegriffen" zurück und warf den anderen Golfstaaten vor, sie wollten Katar politisch bevormunden. Diplomaten müssen das Land sogar innerhalb von 48 Stunden verlassen. Dazu gehörten Etihad Airways, Emirates, Flydubai, Air Arabia und Gulf Air. Offensichtlich gebe es in der Region einige Konflikte, die nun hochkochten, sagte er in Sydney. Und auch die diplomatischen Beziehungen wurden unterbrochen. Über 10.000 US-Soldaten sind dort stationiert.

Sollten sich die Vorwürfe gegen Russland bestätigen, würde dies auf russische Bemühungen zur Untergrabung der US-Außenpolitik hinweisen. Mit seinem Besuch in Saudi-Arabien war der amerikanische Präsident sichtlich zufrieden: Nicht nur ein großer Waffendeal wurde eingefädelt, auch im gemeinsamen Kampf gegen den Terror sei man mächtig weitergekommen, lobte er sich.

Aus Regierungskreisen in Riad hieß es, Katar verletze seit Jahren die Souveränität Saudi-Arabiens und wolle das Königreich spalten, wie die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA meldete. US-Präsident Donald Trump wertete die Isolierung Katars wegen Terrorvorwürfen als seinen Erfolg, Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) kritisierte hingegen die Eskalation. Dazu zählten neben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und den Muslimbrüdern auch Gruppen, die vom schiitischen Iran gefördert würden.

Die USA seien kurz vor der Beendigung der diplomatischen Beziehungen mit Katar über den Schritt Saudi-Arabiens unterrichtet worden.

Das Verhältnis mehrere arabischer Staaten zu Katar ist seit langem angespannt. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain kündigten am Montag an, die Verkehrsverbindungen nach Katar einzustellen. Dass Islamisten und Extremisten aller Art über Sponsoren am Persischen Golf verfügen, ist nicht neu und trifft u. a. auch Saudi-Arabien selbst.

Angesichts des schweren diplomatischen Zerwürfnisses zwischen dem Golfemirat Katar und mehreren arabischen Staaten hat Katars Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani zur Verständigung aufgerufen. CNN berichtete, die Bundespolizei FBI habe Ende Mai ein Team von Ermittlern in die Hauptstadt Doha geschickt, um die Regierung bei der Aufklärung des mutmasslichen Hackerangriffs zu unterstützen. Trotzdem hielten die Spannungen an. Riads Truppen bekämpfen im Bürgerkriegsland Jemen Huthi-Rebellen, die dem Iran nahestehen.

Irans Außenminister Mohammad Dschawad Sarif erklärte zum Auftakt seines Türkei-Besuchs, die besorgniserregenden Entwicklungen in der Golf-Region müssten besprochen werden. "Wir wissen nicht, on echte Gründe hinter dieser Krise stecken oder versteckte Gründe, die wir nicht kennen", sagte er.


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