Bahn: Keine Brandanschläge an Strecken in Baden-Württemberg

Betroffen waren unter anderem Berlin, Hamburg, Köln, Dortmund, Leipzig und mindestens ein Ort in Niedersachsen.

In Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins "Raster". In Bremen brannte nach Angaben der örtlichen Polizei ein Kabelschacht auf dem Gelände des Güterverkehrszentrums. Am 7. und 8. Juli treffen sich Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern in Hamburg.

Im Raum Leipzig wurden nach Angaben der Bundespolizei seit 2.40 Uhr am Montag Brandanschläge auf Kabelschächte und elektronische Stellwerke verübt. Die Ermittler gehen davon aus, dass es zwischen den Bränden einen Zusammenhang gibt.

►Die Berliner Polizei geht bereits einem möglichen Bekennerschreiben nach. Bei der Polizei hieß es, das Schreiben sei bekannt und werde geprüft. In der Vergangenheit waren dort im Zusammenhang mit Bekennerschreiben zu Straftaten aber auch Fälschungen aufgetaucht. Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Montag in Stuttgart sagte, gab es im Südwesten zunächst keine Vorfälle.

Auf mehreren Bahnstrecken hat es in der Nacht Brandanschläge auf Signalanlagen gegeben. Nach Einschätzung des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei könnte es einen Bezug zum G20-Gipfel in Hamburg geben. Hintergrund dafür sei Kritik am Kapitalismus und am G20-Gipfel. "In einigen Fällen konnten Brandvorrichtungen unschädlich gemacht werden, bevor sie Schaden anrichteten", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Es kam zu erheblichen Problemen im Nahverkehr.

In Berlin ist der S-Bahnhof Treptower Park nach einem Kabelbrand weitgehend lahmgelegt. Mit einem Hubschrauber sei aus der Luft nach weiteren Brandorten gesucht worden. Wenn es sich bewahrheiten sollte, dass es sich um "eine konzertierte Aktion von Linksextremisten handelt, lässt das für den G20-Gipfel leider nichts Gutes vermuten", sagte Mayer der "Mitteldeutschen Zeitung" vom Dienstag.

Am Berliner S-Bahnhof Treptower Park wurde vermutlich ein Feuer in einem Kabelschacht gelegt. Im Berufsverkehr am Montagmorgen ist es deshalb zu erheblichen Einschränkungen gekommen. Mehrere Linien sind betroffen. "Eine Aufsicht hatte am frühen Morgen starken Rauch neben den Gleisen bemerkt und die Rettungskräfte alarmiert", sagte ein Polizeisprecher. Der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg nach Lübeck war unterbrochen. Der Zugverkehr werde nach und nach wieder aufgenommen.

► Insgesamt gab es nach ersten Ermittlungen des zuständigen Staatsschutzes etwa ein Dutzend Anschläge. Demnach wollte eine Gruppe mit dem Namen Hekla mit der Aktion gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr protestieren.


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