Besondere Ehre Europäischer Staatsakt für Helmut Kohl

Dem Vernehmen nach könnte die Zeremonie innerhalb der nächsten beiden Wochen zum Beispiel im Europaparlament in Straßburg stattfinden. Freitagmorgen um 9.15 Uhr schlief Helmut Kohl friedlich ein.

Helmut Kohl wird auch Rekord-Kanzler genannt.

Kohl habe "mit Weitblick und Hingabe für das Wohl der Menschen in Deutschland und der europäischen Nachbarn gearbeitet", erklärte der Papst in einem Beileidstelegramm an die Bundesregierung.

Helmut Kohl wird am 17. Januar 1991 von der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth im Bundestag in Bonn vereidigt. "Mit seinen besonderen Verdiensten um Europa und um die Einheit der Deutschen hat Helmut Kohl es verdient, dass in Berlin und anderen Städten auch Straßen und Plätze nach ihm benannt werden", so der frühere SPD-Vorsitzende Rudolf Scharping zur Welt am Sonntag. Das wiederum wäre das erste Mal in der Geschichte der Europäischen Union. Seit Sonntag liegt auch im Bundeskanzleramt ein Kondolenzbuch aus, ebenso wie in der Mainzer Staatskanzlei.

Laut gesetzlicher Regelungen gibt am Ende der Bundespräsident die Entscheidung bekannt; das letzte Wort haben die Angehörigen. Mit Kondolenzbüchern, Trauerbeflaggung und Gedenkwachen wird an ihn erinnert.

Die Bonner CDU kündigte an, ab Dienstag in der CDU-Stadtratsfraktion (Raum 3.03) ein Kondolenzbuch für Kohl auszulegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte am Sonntagnachmittag noch kondolieren.

Die EU-Kommission steht nach Angaben einer Sprecherin im Kontakt mit Kohls Familie und den deutschen Behörden, um einen europäischen Staatsakt zu organisieren. Einen entsprechenden Antrag für das Spiel gegen Australien reichte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Samstag beim Weltverband FIFA ein. Es ist davon auszugehen, dass Juncker seinen Vorstoß - öffentlich plaziert in der Zeitung "Bild am Sonntag" - im Einvernehmen mit der Familie und Freunden Kohls gemacht hatte - voran also in Absprache mit Maike Kohl-Richter, der Witwe des Verstorbenen. Etwa 200 Mitglieder der Jugendorganisation der CDU legten Kränze und Transparente vor dem Wohnhaus Kohls in Oggersheim nieder.

Die Pläne für einen gebührenden Abschied von Altkanzler Hemut Kohl nehmen allmählich Gestalt an.

Bei der Verleihung des Point-Alpha-Preises an den Liedermacher und früheren DDR-Dissidenten Wolf Biermann legten die 1000 Gäste und Zuschauer im osthessischen Rasdorf eine Schweigeminute ein.

Jürgen Stark hat als Leiter des Referats Außenwirtschaft im Kanzleramt den deutschen Regierungschef Helmut Kohl auf die Gipfeltreffen mit den wichtigsten Industrienationen G7 vorbereitet. Mehr noch: Der EU droht heute ausgerechnet von Seiten jener Gefahr, die Europa als politischen Wert an sich verheiligen, es sich gleichzeitig zur Beute ihrer nationalen Egoismen machen und meinen, es mit dem ökonomischen Einmaleins nicht so genau nehmen zu müssen. Und weiter: "Europäische Einheit und transatlantische Partnerschaft waren ihm immer Herzensanliegen". Ihm soll sogar eine große Ehre zuteilwerden.

Noch im vergangenen Dezember besuchte der Altkanzler im Rollstuhl und in Begleitung seiner zweiten Frau Maike Kohl-Richter die weihnachtlich geschmückte Kathedrale.


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