Bewährung für Sex mit 13-Jähriger

Er soll sexuelle Kontakte zu einer 13-jährigen Russlanddeutschen aus Marzahn in seiner Kreuzberger Wohnung gehabt haben.

Im Januar 2016 war die 13-jährige Lisa aus Marzahn auf dem Weg zur Schule verschwunden. Sie reißt von zuhause aus und verbringt die Nacht bei ihrem Freund.

Der Fall des russlanddeutschen Mädchens aus Berlin hatte Anfang 2016 Aufregung über Deutschland hinaus verursacht.

Denn die 13-Jährige behauptete, sie sei von drei "Südländern" vergewaltigt worden. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sprach sogar von Vertuschung durch deutsche Behörden. Hunderte Russlanddeutsche demonstrierten daraufhin in Berlin, vor allem in den sozialen Medien verbreitete sich die Nachricht um die angebliche Vergewaltigung rasend schnell und löste große Empörung aus. Weil die Schülerin jünger als 14 Jahre alt war, ist auch der freiwillige Sex strafbar. Wegen des Handyvideos wurde dem Mann zudem Herstellung von Kinderpornografie vorgeworfen. Rechte Gruppierungen nutzen den Fall für ihre Propaganda und verbreiteten auch Tage später noch Hetzkampagnen und Verschwörungstheorien.

Fast eineinhalb Jahre nach Aufklärung des sogenannten "Falls Lisa" ist ein 24-Jähriger in Berlin zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Doch Lisa hatte gelogen: Tatsächlich soll das Mädchen bei einem 19-jährigen Bekannten wegen Schulproblemen Unterschlupf gesucht haben. Der nun Angeklagte geriet im Zuge der Ermittlungen in den Fokus. Zum Schutz des minderjährigen Opfers fand die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.


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