Europäischer Staatsakt für Kohl wohl Anfang Juli

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte den am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorbenen früheren CDU-Vorsitzenden mit einem Eintrag in das im Kanzleramt ausliegende Kondolenzbuch als Staatsmann, "der historisches für unser Land erreicht hat".

Zum Tod von Altkanzler Kohl hat die Landesregierung ein Kondolenzbuch in der Staatskanzlei in Mainz ausgelegt. An dem Staatsakt sollen EU-Spitzenvertreter und politische Weggefährten Kohls teilnehmen. Schon zu Lebzeiten sei Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet worden, um seine außerordentlichen Verdienste zu würdigen.

Die Pläne für einen gebührenden Abschied von Altkanzler Hemut Kohl nehmen allmählich Gestalt an.

Ein Staatsakt am 1. Juli in Straßburg, dem Sitz des Europaparlaments, würde auch den Terminplanungen der Union entgegenkommen. Und in Straßburg soll ein Staatsakt stattfinden. "Aber es ist genauso klar, dass die Familie dazu das letzte Wort hat". Mit Kondolenzbüchern, Trauerbeflaggung und Gedenkwachen wird an ihn erinnert. Sie seien von der Todesnachricht sehr betroffen gewesen und wollten vor dem Wohnhaus Kohls Abschied nehmen.

Der frühere SPD- Vorsitzende und -Kanzlerkandidat Rudolf Scharping plädierte in der "Welt am Sonntag" dafür, Straßen und Plätze nach Helmut Kohl zu benennen.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird am Montag beim Auftaktspiel zum Confederations Cup gegen Australien mit Trauerflor spielen. Die aus ganz Deutschland angereisten Vertreter der CDU-Nachwuchsorganisation legten Blumen, Kränze und Kerzen vor dem Bungalow im Stadtteil Oggersheim nieder. Der Altkanzler war im Jahr 2005 zusammen mit Ex-Kreml-Chef Michail Gorbatschow und dem ehemaligen US-Präsidenten George Bush senior der erste Empfänger des Point-Alpha-Preises gewesen, der Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas würdigt.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ Regierungssprecher Steffen Seibert erklären, Kohl sei ein Wegbereiter der europäischen Einigung gewesen.

Für CDU-Generalsekretär Peter Tauber war Helmut Kohl "der zweite große Kanzler dieser Republik nach Konrad Adenauer". Nach einer Privataudienz im Vatikan sagte Merkel, der Papst habe seine Anteilnahme ausgedrückt und Kohl als "großen Staatsmann" gewürdigt.


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